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Deutsches Internet Register - Der Spam kommt schon per Post
Das waren noch Zeiten, als der Spam noch per E-Mail kam! Gut, das passiert natürlich immer noch, aber gestern flatterte mal wieder ein echtes Highlight ins Büro. Wir bekamen nämlich Post von einem bedingt seriösen Anbieter. Dieser Anbieter nennt sich DAD Deutscher Adressdienst und behauptet, ein Verzeichnis namens “Deutsches Internet Register für gewerbliche Teilnehmer” zu führen.
Ganz offensichtlich setzt dieser Anbieter darauf, weniger mit dem Internet erfahrene Personen zu ködern. In einem sehr offiziell aussehenden Schreiben bittet man nämlich um Prüfung und ggf. Aktualisierung der Daten. Diese Daten, die allgemeinen Daten, die jeder beim denic abfragen kann, finden sich in einem Formular, das man entweder per Fax oder (sogar portofrei, wie großzügig) per Post zurücksenden kann.
Ganz unten und leicht zu übersehen findet sich dann ein wenig “Kleingedrucktes”. Da ist plötzlich nicht mehr von Datenabgleich die Rede, sondern von “Auftrag”. Auch geht es plötzlich nicht mehr um den “hochoffiziellen” Eintrag im “Deutschen Internet Register”. Nein, jetzt heißt das ganze schlicht und ergreifend “Anzeige”. Und diese völlig sinnlose Anzeige auf einer völlig sinnlosen Webseite kostet stolze 958 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
Aber das ist noch nicht alles: Der Auftrag gilt für die nächsten zwei Jahre und verlängert sich automatisch um jeweils ein Jahr, wenn nicht fristgerecht gekündigt wird. Immerhin scheint sich dieses bedingt seriöse Geschäft richtig zu lohnen, da unser seriöser Anbieter seinen Blödsinn sogar per Post verschickt und somit weder Druck- noch Portokosten scheut.
Na ja, immerhin gibt es tatsächlich eine Webseite des “Deutschen Internet Registers”. Die ist nicht ganz so wichtig wie es der tolle Service glauben machen will, denn sie hat gerade mal einen Google Pagerank von 1. Aber wer wird denn schon so knauserig sein, wenn es um ein derart tolles Angebot geht?
Wir empfehlen derweil, das Schreiben des Deutschen Adressdienstes dahin zu stecken, wo es hingehört: In die große Ablage “P”.
Hinweis: Diesen Artikel finden Sie auch in unserem Magazin.
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