Ölpreis, Pommes Frites und andere Preissteigerungen

Autofahrer empört: Benzin kostet jetzt schon fast 1,50 € - so steht es heute groß und breit auf der Titelseite der Rheinischen Post. Abgebildet sind dazu exemplarisch vier Verbraucher bzw. Verbraucherinnen, die von ihren Erfahrungen berichten.

Nun ja, zunächst einmal lässt sich feststellen, dass es sich von Seiten des Staates um eine beispiellose Abzocke handelt. Eine der oben genannten Verbraucherinnen empfiehlt in diesem Zusammenhang die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Dabei übersieht sie offensichtlich den perfiden Zusammenhang zwischen der Benzinpreisentwicklung und der Leistung öffentlicher Verkehrsmittel. Diese ist nämlich denkbar schlecht - selbst im Ballungsgebiet rund um Rhein und Ruhr, das immerhin die größte Metropolregion Deutschlands darstellt.

Aber wir denken, dass wir hier tatsächlich einen Zusammenhang herstellen können: Denn obwohl der Bedarf eigentlich da wäre, werden Taktfrequenzen öffentlicher Verkehrsmittel kontinuierlich ausgedünnt. Gleichzeitig halten diese zwischendurch an jeder Kuhtränke, so dass man zu Fuß fast noch schneller ist. Somit bleibt das Angebot eher theoretischer Natur, was unserer Ansicht nach gewollt ist, da niemand wirklich so viel Zeit hat - und das Auto nutzt.

Das wiederum beschert dem Staat entsprechende Einnahmen, da er an der Zapfsäule ordentlich abkassiert. Doch auch da gibt es noch Steigerungsmöglichkeiten: Fährt man zum Beispiel durch unsere Heimatstadt Krefeld, so muss man fast an jeder Ampel anhalten. Es ist grundsätzlich rot - von einer “grünen Welle” scheint man in Krefeld noch nie gehört zu haben. Die offizielle Begründung lautet wie folgt: Man müsse den Verkehr zerhacken, damit es in der Innenstadt nicht zum Verkehrschaos kommt.

Interessante Theorie. Die Wahrheit ist doch: Durch ständiges Anfahren und sinnloses Warten an der Ampel wird mehr Benzin verbraucht, was sich wiederum in den Steuereinnahmen niederschlägt. Oder aber die Verkehrsteilnehmer nehmen es irgendwann völlig entnervt mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nicht mehr so genau, da man die “grüne Welle” in Krefeld wahlwise mit 25 km/h oder 90 km/h schafft - innerorts versteht sich.

Diesen Zusammenhang berücksichtigend, stehen dann häufig moderne Wegelagerer am Straßenrand, um ebenfalls noch einmal kräftig abzukassieren. Natürlich nur zu unserer Sicherheit. Und deshalb stehen die auch immer nur da, wo es völlig egal ist, wie schnell man fährt. Unfallbrennpunkte gehören jedenfalls nicht zu den klassischen Blitzerstrecken. Stattdessen werden fast autobahnähnlich ausgebaute Straßen auf 50 km/h reduziert. Denn das verleitet geradezu zum Überschreiten der Geschwindigkeit. Entsprechend oft blitzt es dann auch an solchen Strecken.

Derweil hält der iranische Staatspräsident Ahmadinedschad den Ölpreis noch für zu niedrig. Nun ja, er sitzt ja auch an der Quelle. Und da er Öl als strategischen Rohstoff betrachtet, existieren Befürchtungen, er könne dem Westen im Zusammenhang mit dem Atomstreit den Ölhahn zudrehn. Andereseits sagt man Ahmadinedschad auch ein gestörtes Verhältnis zum Thema Körperhygiene nach. Wir empfehlen in diesem Zusammenhang, dem werten Herren mit einem Vollbad zu drohen. Vielleicht bringt ihn das zum Umdenken.

Was gab es noch? Ach ja: Vor 25 Jahren präsentierte der “Stern” Tagebücher eines größenwahnsinnigen kleinwüchsigen Österreichers. Das endete mit der Blamage einzugestehen, dass man 9,34 Millionen Mark für Altpapier ausgegeben hatte. Da kann man mal sehen, wie hoch der Preis für altes Papier steigen kann.

Nicht ganz so viel müssen Belgier derzeit berappen - nein, nicht für Sprit! Für Pommes! Großalarm deshalb in unserem Nachbarland: Belgien droht die Frittenkrise. Denn auch in Belgien machen sich steigende Preise für Lebensmittel bemerkbar, so dass das Nationalgericht - die Pommes Frites - teurer geworden ist.

Das geht natürlich gar nicht und hat deshalb die große Politik auf den Plan gerufen. Belgiens Wirtschaftsminister Vincent van Quickenborne kündigte gar an, den korrekten Preis für eine Tüte Fritten prüfen zu lassen. Ja, kein Scherz: Die Belgier schicken nun scharenweise Beamte aus, um der Frittenpreistreiberei auf die Schliche zu kommen.

Fragt sich noch, wie die Belgier damit umgehen, dass ihr Nationalgericht in den USA “french fries” heißt. Die Briten zeigen sich da Belgien-freundlicher und nennen die Fritten “chips”, was in den USA nicht geht, da dort “chips” das gleiche sind wie unsere Chips, die in Großbritannien dafür “crisps” heißen. Dafür gibt es die “chips” in England auch schön halbdurch, mit fettigem Fisch und viel Essig und in Zeitungspapier gewickelt, da man offensichtlich erwartet, dass durch Abfärben der Druckerschwärze eine geschmackliche Aufwertung stattfindet. Oder aber es wird dem Kunden damit ein Mehrwert geboten und damit ebenfalls eine mögliche Preissteigerung begründet: Schließlich bekommen die Kunden nicht nur etwas zu essen, sondern auch etwas zu lesen.

Vielleicht sollte man beim Tanken also einen ähnlichen Mehrwert bieten: So könnte man ja für eine Tankfüllung zum Beispiel einen Politiker adoptieren. Denn von irgendwas müssen die ärmsten ja auch leben.

In diesem Sinne noch einen schönen Start ins Wochenende. Und wetten, dass heute “rein zufällig” der Sprit wieder teurer ist als gestern noch?

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