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Archive für November 2008
Monty Python Strikes Back
21.11.2008 von Jörg Haupt.
Jahrelang nun jammert uns die Film- und Musikindustrie etwas vor. In Zeiten von CD- und DVD-Brennern, Downloadbörsen, MP3 und YouTube scheint es immer schwieriger, seine Urheberrechte durchzusetzen.
Dabei hätte die Industrie den Trend durchaus früh erkennen können. Denn bereits die erste Schellackplatte war ein - wenn auch analoger - Datenträger. Man hätte demnach im Wege kontinuierlicher Marktanalysen frühzeitig Indikatoren die Entwicklung prognostizieren und seine Strategie anpassen können.
Gut, dazu hätte man sich einmal Gedanken über den relevanten Markt machen müssen und hätte im Wege einer sachlichen Marktabgrenzung schnell erkannt, dass die einschlägigen Unternehmen sich nicht nur in der Musik- bzw. Filmindustrie bewegen. Vielmehr hätte man den IT- und TK-Markt mit seinen vielfältigen neuen Möglichkeiten von Klingelton bis Web 2.0 genau analysieren sollen. Schnell hätten sich dabei neue Marktchancen aufgetan.
Monty Python, die Altmeister des gepflegten Humors melden sich deshalb zurück und reagieren auf die vielen YouTube-Uploads Ihrer Fans mit dem ihnen eigenen Humor. Aber sehen Sie selbst.
Nicht schlecht, oder? Und wie man sieht, liefern Monty Python auch direkt ein Erlösmodell dazu. Denn schließlich kann man ja im Internet auch einkaufen. Ja, liebe Musik- und Filmindustrie, so einfach kann das sein. Während andere sich in teuren Prozessen ergehen, stellen die Altmeister der Komik ihre Videos kostenlos ins Netz und verbinden dies mit einem Link auf Monty-Python-Produkte bei Amazon.
So, und nun viel Spaß! Und hier finden Sie weitere Monty Python Videos auf YouTube.
Geschrieben in Klassiker, Marketing, Neues aus dem Web 2.0, Internet | Drucken | Keine Kommentare »
Mein Kompliment: Sie sind ein echter Glückspilz
12.11.2008 von Jörg Haupt.
Manchmal stolpert man über richtig gut gemachte Marketing-Kamagnen. Und manchmal stolpert man auch über echten Spam. Gestern hatten wir nämlich mal wieder einen Fall dummdreisten Spams im Briefkasten. Und diesen möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.
Da behauptet doch eine DVK GmbH aus Hamburg: “Mein Kompliment: Sie sind ein echter Glückspilz!” Und warum? Nun, ganz einfach: Wir können uns - so das nette Schreiben der DVK - uns gratis unsere exklusive 25-Jahres-Sofort-Rente über 3.333,00 € im Monat sichern. Und das auch noch Jahr für Jahr!
Na klar! Das ist ja auch das glaubwürdigste aller Szenarien. Jemand schenkt einem einfach so 25 Jahre lang jeden Monat 3.333,00 €. Völlig normal. Das kommt ja täglich vor, oder? Und die Erde ist eine Scheibe.
Schauen wir also einmal, wie der ganze Spaß funktionieren soll: Dem netten Schreiben, demzufolge wiederholt betont wird, dass alles gratis und für uns völlig ohne Risiko ist, liegt ein Zettel bei. Dieser Zettel, laut der spammenden DVK GmbH aus Hamburg ein “Gratis-Teilnahme-Anrecht”, hat den netten Aufmacher: “Ja, ich will die 25-Jahres-Sofort-Rente von 3.333,00 Euro monatlich gewinnen!”
Was muss man dafür tun? Ganz einfach: Man kreuzt 6 Zahlen zuzüglich einer Zusatzzahl aus 49 möglichen Zahlen an (wo haben wir das nur bereits gesehen?). Dann ruft man die sogenannte kostenfreie Renten-Hotline an, die auf dem wunderschönen Zettel vermerkt ist.
Toll, oder? Dumm nur: Ein wenig Internet-Recherche bringt es ans Licht. Bei der Verbraucherzentrale Hamburg ist die DVK GmbH in der Rubrik “Gewinnspiele - Liste der unseriösen Firmen” genannt. Demnach wird der “Gewinner” über die kostenlose Hotline der DVK GmbH, Kuehnstr. 75, 22045 Hamburg genötigt, z.B. Zeitschriftenabonnements abzuschließen.
Toll für die DVK: Vermutlich macht die fleißige Drückerkolonne bei der Gelegenheit schnell noch einen Adressabgleich. So kann man wenigstens die Daten der glücklichen Renten-Gewinner schnell ebenfalls noch verscherbeln.
Witzig ist auch die angebliche Exklusivität, die in dem seriösen Schreiben behauptet wird. Demnach sind wir Glückspilze, weil “nur Ihr Haushalt zu den ausgewählten Haushalten gehört, deren Personen jetzt die einmalige Chance erhalten, sich 3 Monate lang; Monat für Monat; jeden Samstag eine 25-Jahres-Sofort-Rente über 3.333,00 € zu sichern!” Und auf dem tollen “Gratis-Teilnahme-Anrecht zur aktuellen Renten-Ziehung” steht es gleich nochmal: “ausgewählte Haushalte” kann man da über dem restlichen Sermon lesen.
Klar, weil das so super-exklusiv ist, kam es auch gleich als nicht-adressierte Postwurfsendung. Toll, oder? Der fleißige Drücker der tollen Gratis-Renten-Hotline fragt erstmal nach Name, Adresse usw. und versucht dann, ein Zeitschriftenabo zu verkaufen. Ihre Adressdaten verticken die dann sowieso und vermutlich nervt dann einige Monate lang eine ganze Drückerkolonne mit allen möglichen und unmöglichen Angeboten so lange, bis Sie aus purer Verzweiflung etwas kaufen. Hauptsache, die rufen nie mehr an.
Unsere Meinung: Ein wirklich abschreckendes Beispiel für grottenschlechtes Marketing und nervenden Spam.
So, und als echte Glückspilze entsorgen wir diesen Spam jetzt genau dahin, wo er hingehört!
Geschrieben in Marketing, Spam und Konsorten | Drucken | Keine Kommentare »
Die fiktive Produktmanagerin
8.11.2008 von Jörg Haupt.
Heute möchten wir Ihnen ein Blog vorstellen. Denn wir freuen uns immer, wenn wir auf gut gemachte Marketing-Kampagnen stoßen. Und das ist in dem folgenden Beispiel zweifellos der Fall.
Ein großes Problem heutiger Unternehmenskommunikation besteht darin, in der Fülle der Informationsflut nicht unterzugehen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom Problem des Information Overload.
Was aber ist zu tun, damit Unternehmen dennoch mit ihrer Botschaft durchdringen? Nun, Auffallen um jeden Preis kann es natürlich auch nicht sein. So hörten wir z.B. auf irgendeiner Business-Netzwerkveranstaltung einmal von der glorreichen Idee, statt Weihnachtskarten Osterkarten zu verschicken, da zu Weihnachten schließlich jeder Karten verschicke und das eigene Unternehmen deshalb mit seiner Kommunikation untergeht.
Nun ja, versenden wir also demnächst Karten zu Ostern, zum Beginn der Sommerferien, zu Pfingsten, zu St. Martin, zu Halloween usw. Damit fallen wir dann garantiert auf, notfalls eben unangenehm.
Zum Glück gibt es ja aber immer wieder auch richtig gut gemachte Kampagnen, die durch Witz und intelligent gemachte Botschaften auffallen. So sind wir heute über ein Blog gestolpert, das wir Ihnen einmal näher vorstellen möchten.
Ein Blog ist bekanntlich ein auf einer Webseite geführtes öffentliches Tagebuch oder Journal. Und das Blog, über das wir heute gestolpert sind, ist genau das: Ein Tagebuch einer fiktiven Produktmanagerin.
Klar, eigentlich bewirbt das Softwarehaus doubleSlash in diesem Unternehmens-Blog “nur” seine Produkte. Aber das Unternehmen macht es auf eine spannende und originelle Art. Dabei sind die einzelnen Beiträge wirklich lesenswert.
Die fiktive Produktmanagerin Laura Slash wird dabei seit April 2007 vom ersten Tag in ihrer neuen Firma begleitet. In ihrem fiktiven Web-Tagebuch berichtet Laura dann von ihrem täglichen Kampf um Umsatz und Marktanteile, aber auch von Erfahrungen in ihrem Job, mit Kunden und Kollegen.
Laura ist bei einem großen mittelständischen Unternehmen als Produktmanagerin beschäftigt und damit zuständig für Kunden- und Produktmanagement ihrer fiktiven Firma. Dabei trifft sie natürlich auf jede Menge Problemstellungen. Selbstbewusst verkündet doubleSlash, dass die meisten dieser Probleme mit der eigenen Software gelöst werden können.
Damit das Ganze nicht doch noch zu einem großen virtuellen Produktkatalog verkommt, berichtet Laura auch mal über Nebensächlichkeiten und über ihre Kunden und Kollegen. So gibt es z.B. auch einen Bericht über ihre Erfahrungen auf dem Messestand ihres Unternehmens. Damit Lauras Tagebuch auch optisch nett daherkommt, gibt es zum jeweiligen Eintrag passende Bilder von Laura und ihren Kollegen.
Doch das Blog ist natürlich kein Selbstzweck mit reinem Unterhaltungscharakter. Denn schließlich handelt es sich bei den beworbenen Softwarelösungen um sehr erklärungsbedürftige Produkte. Die Idee, diese Produkte potentiellen Kunden durch die Beschreibung praxisrelevanter Problemstellungen im Berufsalltag der Zielgruppe im Wege einer Internet-Kampagne näherzubringen war es uns wert, Ihnen die virtuelle Produktmanagerin einmal näher vorzustellen.
Fazit: Eine wirklich toll gemachte und informative Kampagne, die sich angenehm vom Einheitsbrei der Unternehmenskommunikation abhebt. Wir wünschen an dieser Stelle deshalb viel Erfolg!
Geschrieben in Kommunikationspolitik, Marketing | Drucken | 1 Kommentar »
Schach!
6.11.2008 von Jörg Haupt.
Vor einigen Tagen sind wir über ein Video gestolpert, das wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Denn dieses Video ist es wert, nicht in den Weiten von YouTube zwischen all den vielen bedeutungslosen Clips unterzugehen. Hier hat sich nämlich jemand einmal richtig Mühe gegeben.
In einer wirklich toll gemachten Animation bekommen wir ein Schachspiel gezeigt. Aber was für eins! Hier geht es nämlich richtig zur Sache. Aber sehen Sie selbst.
Na? Hätten Sie einer Partie Schach soviel Action zugetraut?
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