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Archive für 22.4.2010

Viele User als Geschäftsmodell?

Irgendwie erinnert vieles an die erste große Internet-Blase: Bereits damals sollte wegen des Internet alles anders werden. Nun ja, dem war bekanntlich nicht so, denn erstens setzen sich Innovationen nicht über Nacht durch (die Diffusionstheorie lässt grüßen) und zweitens bedarf es zu einem nachhaltigen Erfolg eben auch eines tragfähigen Geschäftsmodells.

Seit einiger Zeit aber gibt es einigen Hype um das in bester Euphorie so genannte Web 2.0, bei dem die Internetnutzer die Gestaltung der Webseiten (i.d.R. im Rahmen von Internet-Communities) übernehmen. Doch diesbezüglich sind wir heute über einen interessanten Artikel aus dem Handelsblatt Blog gestolpert, der einige unserer eigenen Kritikpunkte aufnimmt.

Denn die Existenz vieler User, die vermeintlich etwas über sich preisgeben, ist alleine für sich genommen noch kein tragfähiges Geschäftsmodell. Zwar erhoffen sich die Web 2.0 Unternehmen Informationen, die sich hinsichtlich der Steuerung von Werbung bzw. zur Marktforschung nutzen lassen. Doch insbesondere in Europa regt sich Widerstand gegen einen derart laxen Umgang mit den personenbezogenen Daten, die die Social Web Unternehmen über ihre User gespeichert haben.

Weiter stellt sich überdies die Frage der Sinnhaftigkeit solcher virtueller Netzwerke. Insbesondere die “Freundesbeziehungen” der User untereinander sind doch sehr fragwürdig und oberflächlich. Von den meinen “Freunden” auf meinem MySpace-Profil kenne ich keinen psrönlich. Und von meinen echten Freunden sind die wenigsten bei MySpace. Überdies treffe ich die lieber bei einem guten Essen und einem gepflegten Bier persönlich statt virtuell. ;)

Am ehesten kann man da noch dem Netzwerk XING eine gewisse Relevanz hinsichtlich der Pflege realer Kontakte bescheinigen, da dieses Netzwerk es erlaubt, bestehende und neue Geschäftskontakte in einer Art Internet-Kontaktdatenbank einzutragen und sinnvoll zu verschlagworten. Das Schöne dabei: Die Datenbank pflegt sich von alleine, vorausgesetzt natürlich, dass die jeweiligen Profilinhaber ihre Profile auch pflegen. Eine selbst geführte Datenbank der Kunden und Kontakte veraltet dagegen und muss ständig gepflegt werden. Auch gibt es diverse Aktivitäten, die auf XING basierend im echten Leben stattfinden und somit helfen, neue Geschäftskontakte aufzubauen.

Nun ja, sicherlich werden sich wie auch nach dem Zusammenbruch der ersten großen Internet-Blase einige Geschäftsmodelle durchsetzen. Andere werden wieder vom Markt verschwinden, denn viele davon sind einfach nur Nachahmer bereits bestehender Geschäftsmodelle. Und nur “viele User und ein wenig Werbung” ist als strategischer Ansatz dann doch ein bisschen wenig.

Böse Zungen behaupten z.B., der eigentliche Unternehmenszweck von Twitter wäre der Trade Sale an einen großen Suchmaschinenbetreiber, da ja freundlicherweise Millionen Twitterer für die Suchmaschinenanbieter das Internet verschlagworten. Zwar hörten auch wir neulich, dass auch Twitter jetzt ein bisschen was mit Werbung macht, doch sind auch wir davon überzeugt, dass es womöglich tatsächlich auf einen Trade Sale hinausläuft. Warum auch nicht? YouTube und del.icio.us haben es ja vorgemacht. Doch ob dieer Ansatz immer zum Erfolgt führt? Wohl eher nicht.

>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter

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