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Schlappe für schlaue Geschäftemacher
Dieser Eintrag stammt von Jörg Haupt Am 26.5.2010 @ 23:23 In Neues aus dem Web 2.0, Aus den Nachrichten | Keine Kommentare
Heute stolperten wir bei [1] Twitter über einen interessanten Tweet. Zitiert wird dort ein Artikel von [2] Spiegel Online, demzufolge Twitter überbordender Drittanbieter-Werbung den Kampf ansagt. Auch Twitter selbst nimmt in [3] seinem Blog dazu Stellung.
Offensichtlich gibt es also eine ganze Menge Schlaumeier, die frei nach dem Motto “Wir twittern für Sie” hier eine lukrative Einnahmequelle entdeckt haben. Und in der Tat: Auch wir sind bei Twitter bereits über Tweets gestolpert, die zunächst ganz interessant klangen, hinter deren angehängten Links sich jedoch plumpe Produktwerbung verbarg. In der Regel wird diese durch Kurz-URL-Dienste wie [4] TinyURL unkenntlich gemacht, da der Nutzer hier nicht erkennen kann, welche Webseite sich tatsächlich hinter dem entsprechenden Link verbirgt.
Allerdings sind wir nun auch gespannt, wie engmaschig Twitter sein Werbeverbot zu ziehen gedenkt. Sinngemäß heitßt es im Twitter-Blog, dass man es Drittanbietern nicht gestattet, bezahlte Tweets in die Timeline oder irgendeinen anderen Dienst einzuspeisen, der die Twitter-Schnittstellen benutzt.
Dies macht Sinn, wenn tatsächlich nur plumpe Werbebotschaften verschickt werden. Denn Twitter soll ja auch nicht zur Spam-Plattform verkommen. Andererseits denken wir, dass die Twitter-Nutzer solche Spammer überwiegend selber filtern. Wie das? Ganz einfach: Sie werden Spammern nicht folgen. Oder würden Sie jemandem folgen, dessen Botschaften lauten:
“Kaufen Sie diese Schuhe!”
“Kaufen Sie diese Jeans!”
“Kaufen Sie dieses Kleid!”
“Kaufen Sie diese Software!”
Nicht wahr? Solche Botschaften sind eintönig und nervend. Außerdem hofft Twitter, mit ähnlich lautenden Werbebotschaften, die in die Suchergebnisse der [5] Twitter-Suchfunktion eingespielt werden in Zukunft Geld zu verdienen. Wir sind gespannt, ob Twitter damit ein Geschäftsmodell etablieren kann. Unser Tipp ist ja immer noch, dass das eigentliche Geschäftsmodell von Twitter der Exit der Gründer und Investoren in Form eines Trade Sale an einen der großen Suchmaschinenbetreiber ist. Aber wir lassen uns ja auch gerne eines Besseren belehren.
Wie oben bereits angedeutet stellt sich aber auch die Frage nach der Engmaschigkeit der oben zitierten Regeln. Ist z.B. das Twitter-Profil eines Verlages wie z.B. [6] Handelsblatt bereits Werbung? Auch hier sind wir auf die weitere Entwicklung gespannt. Dies erst recht, als gerade bei vielen Bloggern durchaus eine Verbindung zwischen deren Blog, Firma und Twitter-Profil besteht. Meist sind aber deren Tweets wesentlich interessanter als die vielen privaten Belanglosigkeiten, die auf Twitter gepostet werden.
Na ja, aber das ist ja das Schöne an den sozialen Netzwerken des Web 2.0: Der Nutzer entscheidet selber, mit wem er sich verbindet, weil er dessen Nachrichten interessant findet. In diesem Sinne wünschen wir weiterhin fröhliches Bloggen und Twittern.
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[1] Twitter: http://twitter.com/jhaupt2007
[2] Spiegel Online: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,696574,00.html
[3] seinem Blog: http://blog.twitter.com/2010/05/twitter-platform.html
[4] TinyURL: http://tinyurl.com/
[5] Twitter-Suchfunktion: http://search.twitter.com/
[6] Handelsblatt: http://twitter.com/handelsblatt
[7] Kontakt: http://www.jhmc.de/14.html
[8] jhmc: http://www.jhmc.de
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