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Archive für September 2010
Jobangebot: Werden Sie Geldwäscher!
22.9.2010 von Jörg Haupt.
Heute erhielten wir per Spam-Mail ein wirklich grandioses Jobangebot, das wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Aber lesen Sie doch bitte zunächst einmal selbst:
“Wir bieten Ihnen einfache Arbeit an, die keine spezielle Fertigkeiten und keine Geldanlagen verlangt. Sie können diese Arbeit mit Ihrer Hauptarbeit vereinbaren. Mit uns können Sie leicht 5000-6000 Euro pro Monat verdienen, dabei brauchen Sie für diese Arbeit 2-3 Stunden pro Tag 1-2 Mal pro Woche.
Kurze Beschreibung der Tätigkeit:
Ihre Aufgabe ist, Geldüberweisungen auf Ihr Konto zu erhalten, das Geld in bar abzuheben und abzüglich Ihrer Provision unserem Agent per System der Bargeldüberweisungen Western Union oder Money Gram zu überweisen. Gewöhnlich überweisen wir auf Ihr Konto 4000-6000 Euro. Ihre Provision wird 20 % (20 Prozenten) von jeder Geldüberweisung ausmachen. Ihre Provision (20 Prozenten) bekommen Sie, sofort nach dem Geldeingang auf Ihr Konto. Auf diese Weise wenn Sie 6000 Euro auf Ihr Konto erhalten, verdienen Sie 1200 Euro. Sie können Ihre Provision gleich abheben oder auf dem Konto lassen. Die restliche Summe 4800 Euro sollen Sie am Tag des Geldeingangs in bar abheben und unserem Agent per Western Union oder Money Gram überweisen (Gebühr für Überweisung bezahlen wir). Zeitaufwand für diese ganze Arbeit beträgt nicht mehr als 3 Stunden. Wenn Sie 2 Überweisungen pro Woche erhalten werden, können Sie nicht weniger als 6000 Euro von jedem Konto pro Monat verdienen.
Diese Tätigkeit abweichend von den meisten Angeboten, die Sie per e-Mail bekommen, verletzt nicht Gesetze von BRD. Es gibt überhaupt kein Risiko für Sie. Sie werden keinen Verdacht bei der Bank und bei der Steuerbehörde erregen, wenn Sie 1-2 Geldüberweisungen pro Woche auf jedes von Ihren Konten bekommen werden.
Mehr als 200 Menschen arbeiten mit uns schon längere Zeit in verschiedenen Städten Deutschlands. Wir vergrößern jetzt unser Geschäft und suchen neue Mitarbeiter.
Wenn Sie Interesse an diesem Arbeitsangebot haben, schicken Sie uns folgende Daten auf unsere e-Mailadresse die-sagen-wir-nicht@froehliche-geldwaesche.de:
- Vorname
- Nachname
- Straße
- Stadt
- Telefonnummer (Handy, Festnetz)
Unser Manager kontaktiert Sie in möglichst kürzer Zeit und antwortet gerne auf Ihre Fragen. Beeilen Sie sich, Zahl von Stellenangeboten ist begrenzt.”
Na, ist das nicht genial? Da bekommt man doch tatsächlich per E-Mail das Angebot, für chinesische Triaden, die Russenmafia, Cosa Nostra, ‘Ndrangheta oder Camorra als Geldwäscher zu arbeiten. Wie durchgeknallt ist das denn?
Immerhin: Die Camorra scheint sich richtige Übersetzer zu leisten, denn es gibt kaum Rechtschreibfehler in obigem Text. Und da man ja seine vollständigen Kontaktdaten übermitteln soll, hat der freundliche Arbeitgeber ja auch direkt alle Möglichkeiten von Telefonterror bis Knochenbrecher, wenn Sie Ihren Arbeitsvertrag mal nicht ganz so penibel erfüllen sollten.
Und selbstverständlich erweckt es ja auch überhaupt keinen Verdacht bei den Steuerbehörden, wenn plötzlich unerklärliche größere Einzahlungen auf Ihrem Konto auftauchen, zu denen es gar keine Gegenleistung gibt. Nein, da sagt das Finanzamt natürlich: “Klar, das ist völlig normal!”. Und die Kripo wird das garantiert genau so sehen.
Da die Einzahlungen wahrscheinlich aus Ländern kommen, von denen Sie, liebe Leser, noch nie gehört haben, wird es vermutlich für die deutschen Strafverfolgungsbehörden ein klein wenig Schwierigkeiten bei der Durchsetzung geltender Gesetze geben. Und da es sich vermutlich bei den von Ihnen per Western Union oder Money Gram getätigten Überweisungen ähnlich verhalten wird, ist das kolumbianische Drogenkartell natürlich fein raus. Nur die Deppen, die begeistert ein solches Angebot annehmen sind natürlich die Gelackmeierten.
Nun ja, wir haben heute jedenfalls einmal wieder gut gelacht.
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Neulich beim Kettensägen-Massaker
21.9.2010 von Jörg Haupt.
Wann taugt ein Video für eine virale Kampagne? Warum machen sich manche Videos im Internet “selbständig”, werden von Bloggern kommentiert und via Facebook, Twitter und Co. weiterempfohlen?
Des Rätsels Lösung: Das Video ist besonders lustig bzw. originell und wird deshalb weiterempfohlen. Voraussetzung ist natürlich, dass derjenige, der die Kampagne anstößt, ebenfalls ganz gut im Internet vernetzt ist. Ja, und dann stolpern die Nutzer im Internet irgendwann über das Video.
Eben so, wie wir über das folgende Beispiel gestolpert sind. OK, auf die Gefahr, dass manche Leute ein Video auch anstößig finden könnten und es deshalb kontraproduktiv sein könnte, haben wir ja bereits schon einmal hingewiesen. Andererseits: Sind nicht gerade die kleinen politischen Unkorrektheiten am witzigsten?
Lehnen wir uns also zurück und schauen einmal, was neulich beim Kettensägen-Massaker passierte.
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Anja Schmidt vergleicht Versicherungen
8.9.2010 von Jörg Haupt.
Liebe Leser,
kennen Sie schon Anja Schmidt? Nein? Das kann Ihnen aber bald passieren. Denn Anja Schmidt schreibt seit einigen Tagen sehr penetrante Spam-Mails mit immer neuen E-Mail-Adressen:
- info@vergleich-pkv-21.net
- info@vergleich-pkv-31.net
- info@vergleich-pkv-33.net
- info@vergleich-pkv-35.net
- info@vergleich-pkv-37.net
Und was schreibt uns Anja Schmidt? Nun ja, offensichtlich sammelt Anja Schmidt Adressen für irgendeine Versicherungs-Drückerkolonne. Oder aber sie sucht Dumme, die auf einen der Links in ihren E-Mails klicken, da sie vielleicht einen erhöhten Bedarf an irgendwelchen Viren oder Phishing-Programmen haben. Eines steht aber mit Sicherheit fest: Seriös ist das Angebot jedenfalls nicht.
“Guten Tag Mitglied 173535,
ich habe Sie vor ein paar Tagen schon einmal angeschrieben.
Es ist derzeit wichtig, dass Sie Ihren Krankenkassentarif überprüfen.
Verpassen Sie die Wechsel-Frist, bleiben Sie in Ihrem teuren Vertrag für ein weiteres Jahr.
Mit unserem kostenlosen Vergeich finden Sie den günstigsten Tarif für eine private Krankenkasse.
So sparen Sie bis zu 2.500 Euro im Jahr!
Bitte klicken Sie hier: http://www.da-klicken-wir-aber-lieber-nicht-drauf.de
Beste Grüsse,
Ihre Anja Schmidt”
Weiter unten in der Spam-Mail heißt es dann:
“Sie erhalten dieses E-Mailing, da Sie uns oder einem unserer Partner Ihre Einwilligung dazu gegeben haben. Gerne können Sie Ihre E-Mail Adresse löschen. Klicken Sie dazu einfach hier: http:www.auch-da-klicken-wir-lieber-nicht-drauf.de
Anbieter: Privacy GG Limited, 99 Albert Street, Belize City, CA”
Ne, ist klar. Wir haben garantiert diesem merkwürdigen Laden aus Belize City irgendeine Einwilligung gegeben. Und damit man juristisch so richtig wirksam gegen diese Knalltüten vorgehen kann, sitzen sie ja auch - wie jedes hochseriöse Unternehmen - irgendwo im Niemandsland. Und da wir uns gefragt haben, wo genau im Niemandsland das ist, haben wir mal Google Maps befragt:
Also, liebe Leser, wenn Sie zufällig mal nach Belize Stadt kommen sollten, dann fragen Sie doch mal höflich bei den fleißigen Spammern nach, ob sie nicht vielleicht ein wenig Viagra oder gefälschte Uhren im Austausch gegen ihre angeblichen Versicherungsvergleiche haben möchten.
Gut, wir erwarten natürlich nicht wirklich, unter der angegebenen Adresse jemanden anzutreffen. Also außer vielleicht einem Briefkasten. Aber ulkig wäre das doch schon, oder?
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Sag nein zum Dreck!
2.9.2010 von Jörg Haupt.
Im letzten Beitrag haben wir berichtet, dass virales Marketing nicht zwingend mit einem lustigen Video bei YouTube gleichzusetzen ist. Andererseits findet man aber tatsächlich immer wieder gut gemachte Videos, die eine Botschaft auf lustige oder ironische Weise verbreiten und deshalb ihren Weg durch die Weiten des Social Web gehen. Viral eben, als eine Art virtuelle Mund-zu-Mund-Propaganda.
Das folgende Video ist ein solches Beispiel, denn es spielt gekonnt mit Klischees und erzählt eine Geschichte, die überraschend endet. Doch was macht es zum “Viral”, wie man neudeutsch-denglisch zu sagen pflegt? Nun, im Gegensatz zum im vorigen Beitrag gezeigten Video imitiert es nicht ein zufällig gefilmtes Ereignis. Im Prinzip also handelt es sich um einen ganz normalen, aber humorvollen Werbefilm. Viral wird das Video, wenn hinrichend viele Menschen die Botschaft bzw. das Video interessant oder witzig finden und es deshalb den Weg in die virtuelle Mund-zu-Mund-Propaganda findet.
Das Interessante dabei ist, dass für ein Produkt geworben wird, das wir zwar alle häufig benutzen. Die Kaufentscheidung fällt in diesem Falle jedoch auf institutioneller Ebene, da solcherlei Hygiene-Produkte für Toilettenanlagen im öffentlichen Bereich wohl seltenst in den privaten vier Wänden verbaut werden. Das Video transportiert jedoch eine Markenbotschaft auf virale Weise durch die einschlägigen Social Web Plattformen und relativiert auf diese Art die zu erwartenden Streuverluste.
Denn erstens besteht eine realistische Chance, dass auch Entscheidungsträger über den Einsatz solcher Lösungen - z.B. auf Rastplätzen, in der Großgastronomie oder in Stadien - zufällig über das Video stolpern. Die dahinterstehende Marke wird deshalb u.U. leichter erinnert. Zweitens sind saubere Toiletten ja durchaus ein Grund, gerade eben ein entsprechend sauberes stilles Örtchen aufzusuchen. Für die Betreiber von Warenhäusern z.B. kann dies durchaus ein Argument sein, entsprechende Lösungen zu verbauen, da potentielle Kunden auf dem Weg zu einer sauberen Toilette schließlich auch an den Auslagen im Geschäft vorbeikommen.
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