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Archive für Oktober 2010
Ein Nachruf auf den Kraken Paul
28.10.2010 von Jörg Haupt.
War es ein schlechtes Omen, dass wir Paul, den Kraken aus dem Sea-Life Centre in Oberhausen erst kürzlich noch einmal in diesem Blog erwähnten? Paul, der dem Ruhrgebiets-Großaquarium eine der genialsten viralen Marketing-Kampagnen der letzten Zeit bescherte, ist tot. Und so beschert er dem Sea-Life Centre auch posthum wie zu besten WM-Zeiten noch einmal eine gewaltige Aufmerksamkeit in den Medien.
Das Sea-Life Centre macht natürlich das Beste daraus. Zum aktuellen Stand gibt es alleine 507 Beileidsbekundungen auf Pauls Facebook-Seite. Und natürlich wird dem Kraken im Sea-Life Centre in Oberhausen ein Denkmal gesetzt. Dort wird man dann die Urne mit seiner Asche (!), Videos seiner Orakeltätigkeit und die Acrylglasboxen, mit deren Hilfe er orakelte, bewundern können. So bleibt die Attraktion sogar auch post mortem erhalten.
Immerhin, eines kann er nun nicht mehr tun: Er kann nie mehr eine Niederlage Deutschlands vorhersagen. Denn nicht wenige werden jetzt sagen, dass es ihm ja recht geschieht, nachdem er Deutschland gegen Spanien doch quasi aus dem WM-Rennen gekickt hat. Andererseits scheinen es die meisten Fußballfans dennoch gut mit ihm zu meinen, denn die Nachrufe auf Facebook - die sich während des Schreibens dieses Artikels auf nunmehr 508 erhöhten - sind zumindest dem ersten Überfliegen nach allesamt freundlich gestimmt.
Ja, nach der WM ist vor der WM. Und bis dahin steht ja auch noch eine Europameisterschaft an. Und wer weiß? Vielleicht ist uns Paul ja im Krakenhimmel weiterhin wohlgesonnen. Bis auf den Ausrutscher gegen Spanien waren seine Vorhersagen doch eigentlich immer ganz OK, oder?
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Zur GEZ und der Abzocke bei der Rundfunkgebührenpflicht für internetfähige PC
27.10.2010 von Jörg Haupt.
Liebe Leser,
wie vermutlich einige von Ihnen wissen, sind wir Mitherausgeber des juristischen Nachrichten-Blogs RechtNews. Dort finden Sie heute eine Meldung zu einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. Dieses hat am 27.10.2010 in drei Fällen entschieden, dass für internetfähige PC Rundfunkgebühren zu zahlen seien.
Als Begründung muss der übliche Sermon herhalten: Demnach handelt es sich bei internetfähigen PC um Rundfunkgeräte im Sinne des Rundfunkgebührenstaatsvertrags. Und nach dessen Regelungen kommt es bekanntlich nicht darauf an, ob die entsprechenden Geräte auch zum Empfang bereit gehalten werden bzw. der jeweilige Inhaber des Geräts tatsächlich damit Radio- bzw. Fernsehprogramme empfängt. In der Meldung folgt dann die übliche Subsumption, d.h. die Anwendung des Sachverhalts auf die einschlägigen Gesetze.
Soweit so gut. Denn dies ist sicherlich rein formaljuristisch völlig einwandfrei. Vergessen - oder sagen wir doch lieber ignoriert - wird dabei jedoch, dass ein PC eben kein reines Rundfunkempfangsgerät ist. So hat man bei einem Radio oder einem Fernseher grundsätzlich die Wahl, ob man ein solches Gerät besitzen will oder nicht. Besitzt man kein solches Rundfunkgerät, so hält man eben auch keines vor und muss dafür auch keine Rundfunkgebühren zahlen.
Bei einem internetfähigen PC hat man diese Wahl jedoch nicht. Denn der internetfähige PC ist ein in sämtliche Geschäftsprozesse integriertes Arbeitsgerät, auf das heute kaum noch ein Unternehmen verzichten kann. Ob Korresponedenz, die heute vielfach über E-Mails abgewickelt wird, Internet-Telefonie via Skype, Markt- und Wettbewerbsbeobachtung oder Einkaufsabwicklung über Internetportale - allein diese Beispiele machen deutlich, wie sehr Unternehmen auf einen internetfähigen PC angewiesen sind. Hinzu kommen klassische Office-Anwendungen wie Word, Excel oder Powerpoint sowie weitere spezielle Programme, mit denen z.B. Kunden und Aufträge verwaltet oder technische Zeichnungen erstellt werden. Man sieht: Die Fülle möglicher Einsätze ist schier unendlich.
Nur als Empfangsgerät für Radio- oder Fernsehprogramme werden diese PC in Unternehmen i.d.R. nicht genutzt. Doch darauf kommt es ja bekanntlich nicht an. Und das ist für die Abzocker von der GEZ ja das Schöne: Denn da ein Unternehmen gar keine andere Wahl hat, als einen internetfähigen PC zu besitzen, kann man auch von denjenigen Unternehmen Rundfunkgebühren kassieren, die Mangels Interesse an derartigen Programmen erst gar kein Radio oder keinen Fernseher in ihren Geschäftsräumen vorhalten.
Gut, man könnte nun auf die Idee kommen, dass dies doch irgendwie nach Abzocke riecht. Und natürlich ist es auch wettbewerbsverzerrend, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit Gebührenmillionen riesige Internet-Angebote aufbauen, die mit privatwirtschaftlich finanzierten Angeboten im Wettbewerb stehen. Dass im Internet eine hinreichende Informationsversorgung gewährleistet ist, interessiert dabei ebenfalls nicht. Und ebenso fraglich ist z.B. obendrein, weshalb man riesige Summen in Übertragungsrechte für große Sportveranstaltungen steckt, obwohl dieser Markt privat abgedeckt werden kann. Stattdessen treibt man gebührenfinanziert die Preise für Übertragungsrechte in die Höhe. Und warum auch nicht? Der dumme Bürger ist ja eh machtlos dagegen.
Ja, früher nannte man so etwas Raubrittertum. Heute geht das natürlich alles ein wenig subtiler. Man biegt sich halt ein wenig seine Gesetze und Verordnungen zurecht und schon kann man die Bürger nach streng rechtstaatlichen Prinzipien noch ein wenig mehr ausquetschen. Und dabei geht es ja nicht nur um die GEZ und die Abzocke mit den “neuartigen Rundfunkgeräten” namens internetfähige PC alleine. Fragen Sie, liebe Leser, doch einfach einmal einen mittelständischen Unternehmer, für wie viele zwangsverordnete Institutionen er so alles aufkommen muss.
Und so zahlen auch wir natürlich unsere Rundfunkgebühr für unser “neuartiges Rundfunkgerät”. Denn wir haben ja gar keine andere Wahl, als in unserem Büro einen internetfähigen PC vorzuhalten. Oder haben Sie schon einmal eine Unternehmensberatung ohne PC-Systeme gesehen? Wir jedenfalls nicht. Und das brachte uns auf einige wirklich interessante Ideen. Und so möchten wir unseren heiß geliebten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und den Raubrittern von der heiß geliebten GEZ noch ein paar tolle Tipps an die Hand geben, was alles ein neuartiges Rundfunkgerät werden könnte:
Wie wäre z.B. die Idee, Hotlines einzurichten, über die das Radioprogramm per Telefon empfangen werden könnte? Na, liebe GEZ, wäre das nicht eine tolle Maßnahme? Denn aus Millionen deutscher Telefone würden mit einem Schlag “neuartige Rundfunkgeräte”. Auch hier kann man natürlich argumentieren, dass die Telefone vorgehalten werden, um andere Menschen anzurufen und selbst erreichbar zu sein. Aber das wäre natürlich Haarspalterei, denn darauf kommt es bekanntlich nicht an. Schließlich halten die Inhaber der Telefone ihre Geräte vor. Theoretisch wäre damit der Empfang von Rundfunkprogrammen möglich.
Eine andere wirklich tolle Idee: Wie wäre es, liebe öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, einfach riesige Lautsprecheranlagen und Monitore über ganz Deutschland zu verteilen? Von Flensburg bis hinauf zur Zugspitze könnte so ganz Deutschland flächendeckend berieselt werden wie in einem Orwell’schen Überwachungsstaat. Als neuartiges Runfunkgerät könnte man in diesem Fall der Einfachheit halber die gesamte Bundesrepublik Deutschland betrachten. Die über die Abzocker von der GEZ erhobenen Gebühren würden einfach pro Kopf auf die gesamte Bevölkerung umgelegt. Schließlich hält die Bevölkerung ja ihren Staat als “neuartiges Rundfunkgerät” vor.
Wie jetzt, liebe Leser, Sie meinen, dies wäre polemisch? Aber im Ernst und bei aller Polemik der vorstehenden Absätze: Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein vor allem in Unternehmen als Arbeitsgerät genutzter PC nun ein Empfangsgerät sein soll, nur weil die öffentlich-rechtlichen Raubritter ihren Datenmüll nun auch im Internet verbreiten. Und der Unterschied zwischen Radio und Fernsehen einerseits sowie den angeblich “neuartigen Rundfunkgeräten” andererseits ist eben tatsächlich, dass ein mündiger Bürger entscheiden kann, ob er z.B. ein Radio oder ein Fernsehgerät besitzen möchte. Möchte er auf die Medien Radio und Fernsehen verzichten, so schafft er einfach die entsprechenden Geräte ab.
Ein Unternehmen ist aber in der Regel auf einen internetfähigen PC angewiesen: Von Recherchen über Onlinebanking bis zur Korrespondenz via E-Mail oder auch diversen Business-Portalen ist das Internet aus der modernen Bürokommunikation nicht mehr wegzudenken. Ergo besteht hier keine Wahlmöglichkeit: Ein Unternehmen ist zwingend auf das angewiesen, was die Raubritter der GEZ nun einfach als schöne neue Einnahmequelle entdeckt haben.
Oder sehen wir da etwa irgendetwas falsch? Wir denken jedenfalls, dass wir das ganz richtig sehen. Nehmen wir zur Erläuterung ein weiteres Beispiel: Stellen Sie sich einfach einmal vor, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hätten (wie immer gottgleich) beschlossen, in Zukunft eine “Grundversorgung” der Bevölkerung auch per Printmedien sicherzustellen. Denn ähnlich wie im Falle des Internet besteht hier ja schon längst ein reichhaltiges Informationsangebot.
Da diese modernen Raubritter solche Kleinigkeiten jedoch bekanntlich nicht besonders interessieren, erhält nun plötzlich jeder Haushalt eine Zeitung von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Einfach so, ob er nun will oder nicht. Da dies natürlich nicht kostenlos geschehen kann, erhalten Sie einen Gebührenbescheid. Denn - so unser Szenario - als “neuartiges Rundfunkempfangsgerät” hat die GEZ Ihren Briefkasten ausgemacht. Immerhin “empfangen” Sie ja nun eine Zeitung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Auch wenn Sie diese gar nicht nutzen und sie immer wegschmeißen. Doch darauf kommt es bekanntlich nicht an. Sie werden als “Schwarzleser” kriminalisiert und Ihnen wird ein Bußgeld angedroht.
Was? Sie meinen, das wären ja Methoden wie in längst untergegangenen Unrechtsstaaten? Und Sie meinen, Sie kämen sich ganz schön verarscht vor? Klar, aber das interessiert die GEZ bekanntlich nicht. Wir z.B. haben ein “neuartiges Empfangsgerät” in unserem Büro. Mit dem haben wir zwar noch nie eine Webseite der öffentlich-rechtlichen Raubritter aufgerufen. Wir machen damit nur unsere Büroarbeit. Aber darauf kommt es ja bekanntlich nicht an.
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Christa bittet zum Linktausch
25.10.2010 von Jörg Haupt.
Der scheinbar unendlichen Phantasie der Spammer scheinen immer neue blödsinnige Ideen zu entspringen. Heute bittet eine “Christa”zum Linktausch:
“Sehr geehrter Webmaster,
Ich habe einige der Forex-, Bildungs-, Strom-Sites und meine Seiten sind wohlauf in Hauptsearch engines.Your Eingang ist sehr geschätzt Ich möchte Ihnen dafür danken, Auf der Suche in Google habe ich Ihre Website gefunden und wie wir beide sind im ähnlichen Bereich möchte ich Verbindungen mit Ihrer Website auszutauschen. Ich habe einige gesunde Content-Seiten in meinen Webseiten und geben Ihnen ein paar gesunde Links von meiner Webseite.”
An dieser Stelle hatte “Christa” einige merkwürdige Links eingebaut, die wir aber aus naheliegenden Gründen nicht ausprobiert haben. Die Domains versprachen, dass es auf diesen Webseiten um Ökostrom, Stromverbrauch, Investments oder auch ein Fernstudium gehen könnte. Na ja, wer weiß, was einen auf diesen Seiten wirklich erwartet. Weiter ging es wie folgt:
“Also, wenn Sie sich dann bitte senden Sie mir Ihren Link Details interessiert. Ich werde aktivieren Sie Ihre Links innerhalb von wenigen Minuten. Ich kann Ihnen versichern, dass Sie gute Suchmaschinen-Wert aus unserem Link. Wenn Sie nicht der betreffenden Person, dann bitte diese Mail an den Webmaster besorgt.
Warten auf Ihre Antwort zu kommen.
Regards,
christa”
Liebe “Christa”, erfolgreiches Marketing im Internet macht man aber nicht, indem man wahllos Leute anspamt und ihnen per Spam-Mail einen halbgaren Linktausch anbietet. Und wenn man sich schon mit anderen Webseiten verlinkt, dann sollten die Links doch auch irgendwie thematisch zusammenpassen. Überhaupt wird der ganzen Verlinkerei doch viel zu viel Bedeutung beigemessen. Und wie kommt man auf die beknackte Idee, dass ausgerechnet eine Unternehmensberatung für Strategie, Marketing und Organisation irgendein Interesse haben könnte, sich mit irgendwelchen halbgaren Angeboten rund ums (angebliche) Stromsparen zu verlinken?
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Octopus zum Wochenende
23.10.2010 von Jörg Haupt.
Wir alle erinnern uns doch sicherlich noch gut an Paul, den orakelnden Kraken aus dem Sea-Life Centre in Oberhausen. Und während manche Zeitgenossen ihn auch heute noch wegen seiner Vorhersage des Spiels Deutschland gegen Spanien bei der letzten Fußball WM am liebsten frittieren wollen müssen wir neidlos anerkennen, dass dem Ruhrgebiets-Großaquarium mit dem Fußballergebnisse vorhersagenden mediterranen Fischgericht in Spe eine wirklich geniale virale Kampagne eingefallen ist.
Pünktlich zum Wochenende haben wir wiederum Kraken aufgetan - zwei Kraken, um genau zu sein. Und die begeben sich in dem folgenden Cartoon auf eine halsbrecherische Verfolgungsjagd. Viel Spaß mit dem Video.
>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
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