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Archive für November 2010
Winter - jetzt schon
30.11.2010 von Jörg Haupt.
Ist das nicht ein ätzendes Wetter? Nun hat der Winter tatsächlich schon Einzug gehalten. Dabei haben wir doch zumindest kalendarisch noch Herbst. Andererseits - vielleicht vollzieht das Wetter ja auch nur nach, was uns der Einzelhandel bereits Anfang September beginnt zu suggerieren: Nämlich dass bald Weihnachten ist. Und wenn man doch kurz nach den Sommerferien schon Spekulatius, Baumkuchen, Marzipankartoffeln & Co. im Laden findet, dann ist es doch kein Wunder, wenn der Winter sich ebenfalls auf das frühe Weihnachtssortiment abstimmt.
Obwohl das ja auch nur partiell gilt. Haben Sie z.B. einmal versucht, jetzt, wo der Frost da ist, Kühlerfrostschutz für Ihr Auto zu bekommen? Für die Scheibenwaschanlage ist Frostschutzmittel palettenweise vorhanden. Für Ihren Kühler bekommen Sie nicht einmal dieses Gerät, mit dem Sie messen können, bis zu welcher Temperatur das Frostschutzmittel im Kühler hält. Die Angestellten diverser Tankstellen schauen einen an, als käme man vom Mond: Kühlerflüssigkeit ausspindeln? Nie gehört!
Liebe Tankstellen: Im ewigen Kampf um den Kunden kann man hier noch echt gewinnen! Service muss tatsächlich kein Fremdwort sein. Auch ist es doch gar nicht so abwegig, mal ein paar Packungen Kühlerfrostschutz mehr zu ordern, oder? Schließlich kommt der Winter ja periodisch wiederkehrend jeweils am Jahresende. Das sollte doch auch den Einkaufsabteilungen klar sein, oder?
Gut, zugegeben, wir lästern hier nur über eine Sache, über die wir eher zufällig stolperten. Der eigene Wagen hält Spindel-getestet bis Minus 40 Grad durch. Dennoch erstaunt es schon, dass sich wirklich nahezu alle Tankstellen diverser Marken von Muschel bis blauer Raute bezüglich der Winterfestigkeit der Kundenfahrzeuge in der Service-Eiswüste befinden.
Hoffentlich haben auch alle Werkstätten schon von Winterreifen gehört. Denn schließlich gilt ja nun die Winterreifenpflicht. Aber wem das jetzt erst einfällt, der hat ja eh etwas falsch gemacht. Denn immerhin haben wir selbst hier am Niederrhein gerade richtigen Winter. Also mit Minusgraden und echtem Schnee. Und das, wo wir doch sonst an Weihnachten Temperaturen um 17 Grad gewohnt sind. Plus, versteht sich. Na ja, und exakt diese Temperaturen haben wir ja auch schonmal im Hochsommer. Da ist es ja kein Wunder, wenn die Handelsunternehmen uns schon im September mit Weihnachtsgebäck zuschmeißen.
So bleibt dann die Frage, ob der Winter nun ebenso hart und lang wird, wie im letzten Jahr. Ein Krefelder Händler für Frettchenfutter (!) wagte unlängst die Prognose, dass der Winter eben genau das wird: Hart und lang. Die Begründung: Seine eigenen Frettchen hätten sich sehr viel Winterspeck angefressen und auch seine Kunden würden überdurchschnittlich viel Frettchenfutter kaufen. Da aber auch “zufällig” die Webseite des Frettchenfutterversands genannt wurde, könnte es sich aber auch lediglich um eine geschickte virale Kampagne handeln.
Immerhin: Ein Tiernahrungshandel ausschließlich für Frettchenfutter ist schon ein grandioses Beispiel für eine Nischenstrategie. Andererseits gibt es ja sogar einen Laden für Pferdekostüme - nur für den Fall, dass Sie mal Ihr Pferd verkleiden wollen. Dagegen ist ein Frettchenfutterhandel ja schon fast Massenmarkt-kompatibel.
>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
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Tiffany und die Japantage
25.11.2010 von Jörg Haupt.
Auch Künstler brauchen Marketing. Denn ohne die Kenntnis über ihr Schaffen bleibt auch die größte Kunst letztlich brotlos.
Bereits Ende 2009 entwickelten wir deshalb ein Konzept für das Internet-Marketing von Bernadette Erotic Art. Dabei wurden nicht nur die Struktur und die Inhalte der Webseite entwickelt, sondern auch die Unterstützung der eigentlichen Webseite durch Instrumente des viralen Marketing. Eine hervorgehobene Bedeutung hat das Corporate Blog, in dem regelmäßig Werke des Künstlers vorgestellt werden.
So, und was malt ein Künstler, der sich der erotischen Kunst verschrieben hat? Nun ja, die Bilder und Skulpturen drehen sich vor allem um die Schönheit des weiblichen Körpers. Dabei muss erotische Kunst nicht zwingend etwas mit Aktmalerei zu tun haben, wie des folgende Bild zeit. Es trägt den Namen Tiffany und zeigt Audrey Hepburn.
Das folgende Bild wurde durch die Japantage in Düsseldorf inspiriert. Da Düsseldorf über die größte japanische Gemeinde Europas verfügt, sind die Japantage fester Bestandteil im Düsseldorfer Festkalender. Was also lag näher, als das Thema einmal im Rahmen eines erotischen Bildes aufzugreifen?
Uns hat das Projekt jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, denn es war mal etwas völlig anderes.
>> Zur Webseite von Bernadette Erotic Art
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Von Telefonspam und aggressiven Vertrieblern
23.11.2010 von Jörg Haupt.
Nicht immer kommt Spam per E-Mail. Oft genug haben wir ja schon berichtet, dass mancher Spam sogar mit der Briefpost kommt. Und manchmal wird man auch einfach mal so angerufen.
Da stehen wir natürlich ganz doll drauf, denn das stört ja überhaupt nicht die Arbeitsabläufe. Und es ist ja auch wirklich toll, was für ein Blödsinn einem so angepriesen wird. Einmal rief eine Dame aus einem Call Center an. Worum es ging weiß ich schon gar nicht mehr. Ich legte einfach auf. Sie rief daraufhin noch einmal an und sagte, es wäre sehr unhöflich, mitten im Gespräch einfach aufzulegen. Ich sagte: “Ja!” - und legte wiederum auf.
Nun kann man das natürlich tatsächlich als extrem unhöflich betrachten. Andererseits rufen diese Knalltüten wirklich sehr oft an. Und in kleinen und mittelständischen Unternehmen kann es nun einmal vorkommen, dass man die entsprechenden Entscheidungsträger tatsächlich auch direkt an der Strippe hat. Doch auch selbst wenn man “nur” das Sekretariat erwischt: Es kostet Zeit und damit Geld. Denn man wird ja schließlich in seinen Arbeitsabläufen unterbrochen. Und wie um diesen Blog-Beitrag noch einmal moralisch zu untermauern rief doch gerade tatsächlich nochmal eine Krankenkasse an. Ob ich denn schon privat versichert wäre und ob ich ggf. wechseln möchte.
Der Oberknaller war aber der merkwürdige Mensch, der mich gestern im Büro telefonisch belästigte. Ich war gerade damit beschäftigt, eine E-Mail an einen Mandanten zu schreiben, als das Telefon klingelte.
“Good afternoon, Mr. Haupt. I hope, You are fine”, tönte mir in blasiertem Schulenglisch entgegen. Im Hintergrund konnte man ein Call Center hören. Die komische Type behauptete, aus Rom anzurufen und fragte, ob ich an”interesting business opportunities” interessiert wäre.
Aha, schon wieder so ein Super-Hyper-Aktientipp-Verticker. Na, auf den hatte ich natürlich gerade überhaupt keine Lust. Ich sagte ihm also, dass ich annähme, dass er mir etwas verkaufen wolle und nicht interessiert wäre, egal was es wäre. Dann legte ich auf.
Ich wandte mich wieder der E-Mail an den Mandanten zu, als das Telefon erneut klingelte. Die Rufnummer war wie zuvor unterdrückt und richtig: Der lästige Aktienverticker war wieder dran. Die Verbindung sei plötzlich abgebrochen, sagte er. Ich sagte, dass dies durchaus sein könnte. Das wäre immer so, wenn ich den Hörer auflegte. Und das würde ich jetzt noch einmal machen, denn ich könnte ja hören, dass er aus einem Call Center anriefe und außerdem hätte ich immer noch keine Lust, etwas von ihm zu kaufen.
Oops, da hatte ich wohl einen wunden Punkt getroffen: “I don’t call from a fucking call center!”, fauchte er ins Telefon. Hallo? Wer hatte den denn vertrieblich geschult? Glaubt der wirklich, dass er was verkauft, wenn er das böse F-Wort benutzt? Nun ja, offensichtlich schon, denn er fauchte weiter: “I am a fucking analyst and I have a fucking good business opportunity for you!” Na sowas! Das glauben wir jetzt aber fucking sofort, oder?
Aber gut, wenn er uns schon bei der Arbeit stört, dann wollen wir auch unseren Spaß mit dem Typen. Ein höfliches: “I think, you better fuck yourself” konnte ich mir da einfach nicht verkneifen. Dann legte ich wieder auf. Gerade wollte ich weiter an der Mandanten-E-Mail schreiben, als wieder das Telefon klingelte. Wieder war keine Nummer im Display zu sehen. Ich nahm kurz ab und konnte auch schon den durchgenallten Vertriebsfuzzi irgendwas von “fuck” durch den Hörer brüllen hören. Dann legte ich wieder auf, um die Leitung wieder frei zu haben. Denn schließlich soll es ja durchaus vorkommen, dass Mandanten oder Geschäftspartner hier anrufen.
Aber so eine Granate wie den fucking analyst habe ich noch nie am Hörer gehabt.
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Werbung im Wandel der Zeit
19.11.2010 von Jörg Haupt.
“Mach Dir keine Sorgen, Schatz. Wenigstens hast Du das Bier nicht verbrannt” - Für Sätze solchen Kalibers in der Werbung würden Unternehmen heute im Social Web kielgeholt. Doch es ist noch gar nicht so lange her, dass derlei Chauvinismus ganz offen per Werbebotschaft kommuniziert wurde.
Dank Web 2.0 findet mn nun also ein beeindruckendes Zeugnis allerlei politisch nicht ganz korrekter Werbeaussagen, die heutzutage völlig undenkbar wären. Von der Ketchup-Flasche, die Dank Drehverschluss sogar von einer Frau geöffnet werden kann bis hin zur merkwürdigen Empfehlung, dass es der Beziehungsfindung dienlich sein könnte, einer Frau den Rauch einer bestimmten Zigarillomarke ins Gesicht zu blasen, finden wir hier einige Beispiele skurriler Peinlichkeiten, die einst die Werbelandschaft bereicherten.
Der gute alte VW Käfer wurde beispielsweise mit dem Hinweis beworben, dass seine Karosserieteile einfach auszutauschen seien. Schließlich wäre das ja praktisch, da irgendwann der Tag kommt, an dem die Ehefrau das gute Stück durch die Gegend fährt. Ganz toll ist auch der Hinweis, dass Ärzte bevorzugt Camel rauchen. Und wussten Sie, dass der Weihnachtsmann gar Lucky Strike quarzt?
Auch offener Rassismus wurde gerne gepflegt - da merkt man, dass die gezeigten Werbebeispiele aus den USA stammen. Lange, bevor man dort an einen schwarzen Präsidenten zu denken wagte, fragt ein weißes Mädchen einen schwarzen Jungen: “Du dreckiger Junge! Warum wäschst Du Dich nicht mit Virginia Seife?” Und eine Werbung empfiehlt sogar, gute Dinge in Cellophan einzupacken - Babys zum Beispiel.
Ja, es ist schon faszinierend, wie früher geworben wurde. Noch faszinierender ist allerdings, dass seinerzeit offenbar niemand Anstoß daran genommen hat.
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