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Das Blablameter auf dem Prüfstand
So, Wacken ist natürlich längst vorbei, doch die Woche war sehr hektisch und so sind wir gar nicht zum bloggen gekommen. Aber wir wollen ja hier nicht meckern, denn es ist ja gar nicht so schlecht, wenn man gut zu tun hat.
Wer regelmäßig Blogartikel schreibt, der braucht natürlich auch immer wieder Nachschub für neue Themen. Und so haben wir eine gewisse Sensibilität für Dinge in unserer Umwelt entwickelt - es könnte sich ja das Thema für den nächsten Beitrag dahinter verstecken. Und so entdeckten wir kürzlich einen Link zu einer richtig spaßigen Webseite: Dem Blablameter.
Das Blablameter nimmt für sich in Anspruch, anhand gewisser Algorithmen Texte auf ihren Gehalt an heißer Luft überprüfen zu können. Das funktioniert so: Man kopiert einfach einen beliebigen Text in das Editorfenster des Blablameters und und klickt auf “Text testen”. Heraus kommen mehr oder minder schmeichelnde Kommentare zum eingegebenen Text. Folgerichtig heißt es auf der Webseite:
“PR-Profis, Politiker, Berater, Werbetexter oder Professoren müssen hier tapfer sein! Das BlaBlaMeter entlarvt schonungslos, wieviel heiße Luft sich in Texte eingeschlichen hat.”
Das mussten wir unbedingt einmal testen und haben dies mit diversen Texten unserer Webseite getan. Der Text auf unserer Startseite hat demnach einen Bullshit-Index von 0,57 und wird mit folgenden Worten kommentiert: “Ihr Text signalisiert deutlich: Sie wollen etwas verkaufen oder jemanden tief beeindrucken. Es wirkt unwahrscheinlich, dass damit auch eine klare Aussage verbunden ist - und wenn ja: wer soll das verstehen?”
Nun ja, die meisten Unternehmenswebseiten preisen natürlich die Leistungen des Unternehmens an. Immerhin: Mit dem Text einer weiteren Seite unseres Internet-Auftritts sprengen wir sogar die Höchstmarke von 1 und liegen beim Bullshit-Index gar auf der Marke von 1,36!
Zum Glück wissen wir uns in bester Gesellschaft. So weist z.B. eine mit dem Stichwort “Kompetenz” überschriebene Webseite unseres großen Wettbewerbers McKinsey den Bullshit-Index 1,19 auf. Beim “Profil” liegt McKinsey fast gleichauf bei 1,31.
Auch der Zwischenbericht für den Berichtszeitraum 9 Monate 2010/2011 der Thyssen Krupp AG kommt mit einem Bullshit-Index von 0,72 nicht wirklich gut weg. Der Kommentar des Blablameters dazu lautet: “Es stinkt gewaltig nach heißer Luft! Auch wenn Sie PR-Profi, Politiker, Unternehmensberater oder Universitätsprofessor sind - beim Eindruck schinden sollten Sie Ihre Aussage nicht vergessen.” Und zur Unternehmensdarstellung von Vodafone sagt das Blablameter bei einem Bullshit-Index von o,67: “Sie müssen PR-Profi, Politiker, Unternehmensberater oder Universitätsprofessor sein! Sollten Sie eine echte Botschaft transportieren wollen, so erscheint es fraglich, ob diese Ihre Leser auch erreicht.”
Es liegt demnach nahe, dass das Blablameter unter anderem betriebswirtschaftliches Vokabular durchgängig negativ bewertet. Machen wir also die Probe aufs Exempel und bedienen wir uns bezüglich einer Textprobe bei einer Quelle, die hinsichtlich des Verbreitens heißer Luft doch über jeden Zweifel erhaben sein sollte: Der Wikipedia. Testen wir also den folgenden Text des Wikipedia-Artikels zum Thema Marketing:
In der Betriebswirtschaftslehre ist das Marketing ein Teil des unternehmerischen Gesamtprozesses. Dieser beginnt mit dem Einkauf von Rohstoffen und Vorprodukten (Vorleistungen), führt weiter zur Produktion (Erstellung von Gütern oder Dienstleistungen) und endet mit der Vermarktung (Marketing bzw. Vertrieb) der erstellten betrieblichen Leistungen. Hinzu kommen unterstützende Prozesse wie zum Beispiel Innovation, Finanzierung, Verwaltung oder Personalwirtschaft. Die Teilprozesse werden auch als betriebliche oder unternehmerische Funktionen bezeichnet. Damit alle Prozesse möglichst reibungslos funktionieren, bedarf es der Managementfunktionen. Dazu gehören Planung (einschließlich Zielsetzung), Organisation, Führung und Kontrolle (Erfolgs- und Fortschrittskontrolle) im Hinblick auf die Zielsetzung.[2] Den Marketingprozess selbst kann man als Marketingplan darstellen: (1) Erkennen von Chancen durch die Markt-, Kunden- und Wettbewerbsanalyse einschließlich Marktforschung, (2) Festlegung von Zielen, die sicherstellen, dass die investierten Mittel zurückfließen, (3) Auswahl geeigneter Strategien zur Zielerreichung, (4) Umsetzung der Strategie mit dem Marketing-Mix und schließlich (5) Erfolgskontrolle des gesamten Prozesses und aller getroffenen Entscheidungen. Das Thema Marketing bekam in der Wissenschaft und in der Praxis eine große Bedeutung mit dem Wandel von der kriegsbedingten Mangelwirtschaft (Nachfrage ist größer als das Angebot) hin zur sogenannten Überflussgesellschaft (Angebot ist größer als die Nachfrage) seit Mitte der 1950er Jahre. Dieser Trend war von einem verstärkten Wettbewerb um Kunden begleitet und wurde durch die beiden Ölkrisen der 1970er Jahre verstärkt. Beispielsweise erfolgte im Jahr 1969 die Gründung des ersten Marketinglehrstuhls (Heribert Meffert) in Deutschland. Seither gilt das Marketing als zentraler Erfolgsfaktor für die langfristige „Überlebensfähigkeit“ von Unternehmen im Wettbewerb (Dominanz der Marketingfunktion).[3] Die nebenstehende Grafik soll den Zusammenhang zwischen Marketing und den anderen Unternehmensfunktionen veranschaulichen.
Ja, und hier ist die Bewertung des Blablameters:

Na, da sind wir aber beruhigt. Denn wenn selbst die Wikipedia lauter Bullshit erzeugt, dann sind wir ja in allerbester Gesellschaft.
Wir haben jedenfalls wieder einmal unseren Spaß gehabt und gratulieren den Machern des Blablameters zu ihrem originellen Einfall. Und Sie, liebe Leser, brauchen keine Angst zu haben: Wir werden auch weiterhin in diesem Blog und natürlich auch in unserem Magazin jede Menge Bullshit für Sie produzieren.
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