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Die Marketing-Banane im November 2011 geht an die Hövels Hausbrauerei in Dortmund
Neulich war ich mit einigen Freunden in Dortmund. Irgendwer war auf die Idee gekommen, sich dort einmal die Stadt anzuschauen. OK, warum auch nicht? Bislang kannte ich wegen einiger Termine in Dortmund lediglich zwei Hotels in der Nähe der B1, die sich ja als Fortsetzung der als “längster Parkplatz des Ruhrgebiets” verballhornten A40 durch das Dortmunder Stadtgebiet schlängelt. Klar, die Westfalenhalle kenne ich natürlich durch die Besuche einiger Rockkonzerte auch. Also stand zur Abwechslung mal die Dortmunder Innenstadt auf dem Programm.
Gegen Abend lachte uns dann in der Fußgängerzone ein Schild an, das den Weg zu einer Hausbrauerei wies. Wir folgten dem Schild, um dann ratlos vor einem der Eingänge der Thier Galerie zu stehen. Von der versprochenen Hövels Hausbrauerei war jedoch weit und breit nichts zu sehen. Weitere Hinweischilder? Fehlanzeige!
Also fragten wir mal den ein oder anderen Passanten. Leider wussten auch die nicht weiter. Mobilfunk und Google sei Dank fanden wir heraus: Die Hövels Hausbrauerei liegt auf der Rückseite der Thier Galerie. Doch offenbar will die Hövels Hausbrauerei nicht gefunden werden, denn es wäre ja viel zu einfach, weitere Hinweisschilder aufzustellen. Der aufmerksame Passant könnte die Schilder ja finden und es sogar bis in die Gaststätte schaffen!
Doch Google sei Dank hatten wir die Brauerei ja nun trotz des Versteckspiels gefunden. In freudiger Erwartung deftiger Hausmannskost und leckerer Bierspezialitäten betraten wir den Gastraum und fragten einen der Kellner, ob er einen Platz für 8 Personen hätte. Etwas lustlos wies er uns einen Tisch mit lediglich 7 Barhockern zu, obwohl viele Tische nicht besetzt waren. Die freien Tische wären reserviert, ließ er uns wissen.
Einen weiteren Barhocker hatten sie wohl auch nicht mehr. Da wir nicht teils im Stehen essen und auch lieber an einem Tisch mit richtigen Stühlen sitzen wollten, sind wir dann einfach gegangen. Aber irgendwie hatten wir auch keine Lust mehr auf die lustlosen Kellner, denen man im Laufen hätte die Schuhe besohlen können. Und für diese gestronomische Glanz-Nicht-Leistung sowie die Unauffindbarkeit der Hövels Hausbrauerei aufgrund der fehlenden Hinweisschilder vergeben wir die Marketing-Banane im November 2011.

Ja, da lobe ich mir eine rheinische Hausbrauerei, wo man statt eines Kellners noch echte Köbesse findet. Da können die Hövels-Trantüten noch echt was lernen. Im Rheinland stellt man sich einfach an die Theke und bekommt bei nächster Gelegenheit einen frei werdenden Tisch zugewiesen. Und bis der frei wird, haben die fleißigen Köbesse dem Gast bereits mindestens ein oder zwei Alt oder Kölsch (je nachdem, wo man sich im Rheinland befindet) verkauft.
Noch während wir draußen diskutierten, wo wir denn nun hingehen wollten, wurden drinnen zwei Tische frei, an denen wir locker hätten Platz nehmen können. Doch auf derart hochmotiviertes Personal hatten wir dann doch keine Lust mehr.
Na ja, vielleicht haben wir ja auch einfach nur westfälische Lebensfreude pur erlebt. Böse Zungen behaupten ja, man würde in Westfalen zum Lachen in den Keller gehen. Und die Hövels Hausbrauerei liegt nun einmal im Erdgeschoss.
Bildnachweis für das “Bananenbild”: Lizenzfreies Bild aus der Datenbank FreePhotosBank
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