Gedanken zum Weltuntergang am 21.12.2012

Eine Freundin machte mich bei Facebook durch einen Eintrag darauf aufmerksam: Am 21.12.2012 ist Weltuntergang. Schon wieder. Denn den hatten wir ja schon ein paar Mal.

Zum Jahrtausendwechsel sollte er auch schonmal stattfinden. Wobei sich die armen Verschwörungstheoretiker nicht einmal darauf einigen konnten, ob der Jahrtausendwechsel nun in der Silvesternacht 1999/2000 oder 2000/2001 stattfinden sollte. Blöde Sache – vermutlich ist der Weltuntergang ausgefallen, weil man sich nicht auf den Termin einigen konnte. Daran sollen ja öfter mal Meetings scheitern.

Irgendwie war diese Nicht-Nachricht über den Weltuntergang an mir vorübergegangen. Doch heute fiel sie mir wie schon beschrieben ins Auge. Gut. Diesmal findet der Weltuntergang also am 21.12.2012 statt. Vermutlich passiert ja das Gleiche wie bei den letzten 30 Weltuntergängen: Nichts.

Wie kommt man nun auf den 21.12.2012? Nun, dabei beruft man sich auf einen uralten Maya-Kalender. Aber auch hier gibt es schon Entwarnung: Laut einem Bericht auf dem Portal der Welt wird der Weltuntergang mal wieder abgesagt. Gut für die Welt, denn wenn eine Publikation schon „Welt“ heißt, dann ist der Weltuntergang natürlich extrem kontraproduktiv. Jedenfalls soll nach genauen Analysen des deutschen Wissenschaftlers Sven Gronemeyer die steinalte Maya-Analog-Wikipedia keine Hinweise auf einen Weltuntergang beinhalten.

Auch gut, dann kommt er eben nicht. Jedenfalls nicht am 21.12.2012. Das hat auch die Nasa schon herausgefunden, weshalb die Bildzeitung titelte: „US-Wissenschaftler: Keine Apokalypse 2012. Die Nasa sagt den Weltuntergang ab.“ Na, das war ja klar. Diese Amis mischen sich einfach überall ein. Und immer, wenn es interessant wird, dann kneifen sie. Und ich wundere mich, dass die Zielgruppe der Bild ein derart schwieriges Wort wie „Apokalypse“ überhaupt versteht.

Allen, die auf den Weltuntergang am 21.12.2012 spekulieren möchte ich raten, schnell noch ein Darlehen aufzunehmen und die ganze Kohle für sinnloses Zeug auf den Kopf zu hauen. Denn am 22.12.2012 ist ja keiner mehr da, der die Kohle samt Zinsen zurückhaben möchte. Sollte die Sache mit dem Weltuntergang dann wider Erwarten doch nicht funktionieren, so befinden sich die Zinssätze wenigstens auf einem extrem niedrigen Niveau, so dass zumindest die Fremdkapitalkosten im Rahmen bleiben.

Natürlich haben nun auch wieder Bücher zum Thema Weltuntergang Hochkonjunktur. Allen Verschwörungstheoretikern und Weltuntergangspropheten rate ich, solche Bücher massenhaft zu kaufen, diese jedoch nicht zu bezahlen. Mit etwas Glück wird der entsprechende Rechtsstreit nach dem Weltuntergang terminiert, was von jeglichen Zahlungeverpflichtungen entbindet.

Ein weiterer toller Tipp: Man sollte sich am 21.12.2012 extrem betrinken. Aufgrund des Weltuntergangs wird erstmals der Kater ausbleiben. Obwohl ich ja selber zugeben muss, dass diese Idee schon einen Denkfehler hat. Denn bislang habe ich nicht herausgefunden, ob der Weltuntergang morgens oder abends stattfindet – und auf welche Zeitzone sich eine derartige Angabe denn bezieht. Viel schlimmer: Wenn der Weltuntergang am 21.12.2012 um 21.12 Uhr mitteleuropäischer Zeit stattfindet, was machen bitte diejenigen, deren Zeitzone schon die Datumsgrenze zum 22.12.2012 überschritten hat? Kommen die dann zu spät? Oder müssen die doch Zinsen zahlen? Fragen über Fragen …

Bleibt noch die letzte Frage: Was sagt eigentlich die Kirche dazu, dass Weihnachten in diesem Jahr nur wegen dieses Weltuntergangs-Events nicht stattfinden kann? Viel schlimmer: Wie reagiert der Einzelhandel, wo doch das Weihnachtsgeschäft mangels Weihnachten auszufallen droht. Gibt es deshalb schon seit Anfang September Weihnachtsgebäck in den Geschäften?

Ach, da fällt mir noch was ein: Was bitte machen die Weltuntergangsherbeibeschwörer, wenn sie denn tatsächlich ein Darlehen aufgenommen haben sollten, der Weltuntergang sich aber wie schon so oft zuvor auf einen unbestimmten Termin verschiebt und sie das Darlehen nicht zurückzahlen können? Auch hier hätte ich eine interessante Lösung: Wir erklären die Weltuntergangsfanatiker als systemrelevant und lagern die faulen Kredite in eine Bad World aus. Als Sicherhalt behalten wir die Akropolis – ach nein, die ist ja schon anderweitig verpfändet.

Obwohl: Ich könnte eine Sicherheit anbieten. Neulich habe ich doch zufällig auf meinem Dachboden ein Bernsteinzimmer entdeckt. Aber Pst! Nicht weitersagen! 😉

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