Freitag = Künast-freier Tag

So, morgen ist Freitag und den erkläre ich zum Künast-freien Tag. Warum? Ganz einfach: Weil mir der ständige Versuch politischer Bevormundung ziemlich auf den Zeiger geht.

Bevormundung? Ja genau: Da war doch was. Der Veggie-Day. Fleischfrei für Deutschlands Kantinen. Natürlich per Gesetz von oben verordnet. Geht es nach den Grünen, müssen alle öffentlichen Kantinen einmal in der Woche nur vegetarische Gerichte anbieten. Als wären wir Verbraucher zu dämlich zu entscheiden, wie gesund und ökologisch korrekt wir essen wollen.

Im übrigen gibt es in den meisten Kantinen bereits jetzt immer auch ein vegetarisches Menü zur Auswahl. Aber wozu soll in einem freien und demokratischen Land wie der Bundesrepublik Deutschland der Wahlbürger auch eine echte Wahl haben? Politisch darf er ja schließlich auch nur zwischen Pest und Cholera wählen.

Die Liste der merkwürdigen Ideen ist bekanntlich lang und umfasst diverse Themenbereiche von Alkohol bis Autofahren, von Billigfliegerverbot bis Zigaretten-Ächtung. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich rauche selber nicht. Das ist mir zu ungesund, zu teuer, es stinkt – die Liste der Nachteile ist lang. Aber muss man den Bürgern wirklich immer und überall vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben? Nehmen wir das Beispiel rauchfreier Gastronomie: Bei uns in Nordrhein-Westfalen hatte es sich eigentlich ganz gut eingespielt. Entweder war die Gaststätte völlig rauchfrei oder sie hatte einen Raucherbereich. Dort konnte sich zuquarzen, wer immer dies vorhatte.

Das war aber offenbar nicht genug. Also mussten alle Wirte dem vollständigen Rauchverbot folgen, auch wenn sie erst vor einigen Jahren aufwändig in die Trennung in Raucher- und Nichtraucherzonen sowie Belüftungsanlagen investiert hatten. Ja, das nenne ich mal eine staatlich verordnete Kapitalvernichtung. Und die Vernichtung einer etablierten Kneipenkultur kommt gratis obendrauf. Pfeifen wir doch auf die paar Arbeitsplätze in der Gastronomie. Das Geld der Damen und Herren Abgeordneten kommt ja eh pünktlich.

Nun also geht es den Fleischessern an den Kragen. Klarer Fall: Ein Verbot muss her. Aufklärungskampagnen und sachliche Argumente sind ja für uns dummes Wahlvolk nicht adäquat. Kein Wunder, dass man bei solcherlei Bockmist eine gewisse Politikverdrossenheit verspürt. Andererseits lenken solche Scheindebatten auch immer wunderbar von Kleinigkeiten wie etwas teuer geratenen Flughäfen oder Philharmonien ab.

Ich mache morgen deshalb einen Künast-freien Tag und ja, ich esse Fleisch. Vielleicht esse ich auch Fisch. Egal, Hauptsache Tier. Da kenne ich nichts. Es wird Salami geben. Vielleicht wird auch gegrillt. Oder ich pfeife mir Gambas rein. Egal. Morgen gibt es alles, außer Gemüse. 😉

Aber mal im Ernst: Wäre es nicht wirklich zielführender, auf eine sachliche Aufklärung zu setzen als solch einen Blödsinn zu verzapfen? Plattformen wie Utopia oder Foodwatch machen es längst vor. Ja, da kann manch ein Politiker echt noch was lernen.

Ach ja, eine Sache hätte ich noch: Für diesen Schwachsinn pünktlich zum Wahlkampf möchte ich an dieser Stelle doch noch etwas vegetarisches tun: Ich vergebe die Marketing-Banane. Guten Appetit!

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