Eine Kiste Goldstaub und Diamanten abzugeben

Endlich schreibt uns die Nigeria Connection mal wieder eine E-Mail. Obwohl: Eigentlich müsste man in diesem Falle von der Sierra-Leone-Connection sprechen. Oder man spricht alternativ von der Elfenbeinküste-Connection, denn die angebliche Frau Nika Wambach aus Sierra Leone lebt jetzt in der Republik Elfenbeinküste.

Dort treibt sie nun ihr Unwesen und schreibt E-Mails, in denen sie die Empfänger bittet, den Gegenwert einer Kiste Diamanten und Goldstaub in Deutschland zu investieren. Als Gegenleistung soll man dann 15% der zu investierenden Summe erhalten. Auch Frau Wambach spekuliert demnach auf naive Zeitgenossen, bei denen die Gier um einiges größer ist als der Verstand.

Schon die E-Mail-Adresse, von der ich die Spam-Mail erhalten habe, ist der Kracher: monikawambach0a38@godmail.dk. Godmail! Wie cool ist das denn? Gott hat also einen eigenen E-Mail-Server! 😉

Und was schreibt uns Frau Wambach?

„Name/ Nika
Nachname/ Wambach
Alt/ 63 Jahre alt

Ich bin Frau nika Wambach aus Sierra Leone. Aber wohne zur Zeit in Man nordlich von Elfenbeinkueste.

Ich habe die Elf Millionen Dollar von meinem Ehemann geerbt. Mein Ehemann wurde von den Soldaten waehrend des Burgerkrieges in Elfenbeinkueste ermordet und zwar wegen seinen Vermoegen-Diamanten und Goldstaub.

Momentan , habe ich entdeckt dass, mein verstorbenen Ehemann diese summe in der Kiste in einer Lagerfirma bei uns deponiert hat. Und ich bin die Inhaberin.

Wegen der gegenwaertige politische Lage bei uns moechte ich diese Summe per ihre Hilfe in Ihrem Land per Ihre Hilfe und Unterstuetzung investieren.

Das Geld wird an Sie per Bartransfer geliefert.

Sie bekommen 15%

derGesamtsumme fuer Ihre Unterstuetzung!

Ich warte auf Ihre Antwort!

Mit herzlichen Gruessen

Nika Wambach“

Wow, eine Kiste Diamanten und Goldstaub für 11 Mio. Dollar habe ich noch nie gehabt. Insofern ist der Spam neu. Ansonsten reiht er sich ein in die endlose Liste der Vorschussbetrug-Szenarien, die in regelmäßigen Abständen per E-Mail eingehen.

Nimmt man mit Frau Wambach Kontakt auf, dann wird sie irgendwann verlangen, dass man eine Gebühr vorstreckt. Vielleicht werden es Frachtkosten sein, vielleicht wird es eine Anwaltsrechnung sein. Wenn man zahlt, ist man sein Geld los. Sonst passiert nichts.

Nun werden Sie, liebe Leser, sicherlich sagen: „Aber so dämlich kann doch niemand sein!“ Doch, und zwar immer wieder. In unserem jhmc Magazin haben wir einen Fall beschrieben, bei dem eine österreichische Unternehmerin einem solchen Vorschussbetrüger in freudiger Erwartung versprochener Millionen stolze 350.000 € überwiesen hat. Und irgendwie kann ich mit solchen Deppen nicht einmal Mitleid haben.

Immerhin, eines muss ich neidlos anerkennen: Offenbar gibt es genügend Hirntote, bei denen man lediglich die richtigen Reize bedienen muss. Schafft man das, so besteht eine nahezu unbegrenzte Zahlungsbereitschaft für völligen Blödsinn.

Ich dagegen versuche es mit richtiger Arbeit. Dabei könnte ich so schön in Äquatornähe in irgendeiner Bananenrepublik sitzen und leichtgläubigen Deppen Kisten voller Goldstaub versprechen. Ich muss sofort mal im Keller nachsehen, ob ich nicht irgendwo noch eine Kiste finde. 😉

Und voilà, hier ist auch schon die Kiste:

Kiste 001a

Und ja, die Kiste ist genau so inhaltsleer wie das Geschwätz der Spammer. 😉

Hinweis für unsere fleißigen Abmahnanwälte: Das lizenzfreie Kistenbild stammt aus der FreePhotosBank.

Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook +++ jhmc @ Google +

Bookmark and Share

Schreibe einen Kommentar