Ikea schickt Abmahnung an Bloggerin und bekommt die Marketing-Banane

Schraubst du noch oder mahnst Du schon ab? – Nicht zu fassen: Ikea hat einer Bloggerin eine Abmahnung geschickt und sich damit ganz eindeutig unsere Marketing-Banane verdient. Denn die Marketing-Banane ist der Anti-Marketing-Preis für Aktionen, die so richtig bescheuert sind. Richtig Banane eben.

Worum es geht? Nun, ganz einfach. Das Blog Ikea Hackers ist eigentlich eine Art Liebeserklärung an den schwedischen Möbelhändler. Denn bei Ikea Hackers zeigen Tüftler aus aller Welt Kreativität in Bezug auf Ikea-Möbel. Denn die Möbel des größten Möbelhändlers der Welt sind sicherlich vieles. Nur wirklich individuell sind sie nicht. Denn wie gesagt: Ikea ist der größte Möbelhändler der Welt mit unzähligen Filialen in vielen Ländern.

Ikea Hackers Abmahung für Bloggerin 001a

Doch auch Möbel eines Massenanbieters lassen sich natürlich individualisieren. Und genau das machen die Leute, die auf Ikea Hackers bloggen: Sie kombinieren Ikea Möbel mit Zutaten aus dem Baumarkt und siehe da: Aus Expedit, Billy & Co. werden plötzlich ganz individuelle Möbelstücke, die es zwar in der Grundausstattung bei Ikea zu kaufen gibt. Die „getunte“ Version ist aber dann eben doch ein Unikat.

Ja, und wie das nun einmal im Social Web ist: Die Seite ist zu einem Eldorado für Ikea-Fans geworden und bietet Billy-Liebhabern jede Menge Inspiration. Eigentlich sollte Ikea demnach richtig glücklich über die Seite sein. Denn so ist das nun einmal mit Social Media: Sind Leute begeistert und reden darüber, dann ist das dem Abverkauf von Produkten und Dienstleistungen durchaus zuträglich.

Doch was macht Ikea? Ikea schickt der Inhaberin der Webseite, einer Bloggerin namens Jules Yap, eine Abmahnung. Begründung: Sie dürfe die Domain „ikeahackers“ nur dann weiterhin nutzen, wenn die Seite in Zukunft keine Werbung mehr enthalte. So berichtet es jedenfalls die Online-Ausgabe des Handelsblatts. Denn, so Ikea weiter, mit der Werbung sei die Seite ja ein kommerzielles Angebot und somit würden die Markenrechte von Ikea verletzt.

Wir meinen: Das ist ganz schön dämlich von Ikea. Denn Blogger und Medien aus aller Welt greifen das Thema auf. Und dabei kommt Ikea nicht besonders gut weg. Auch das ist nämlich so eine Sache mit dem Social Web: Derartige Eskapaden verbreiten sich rasend schnell im Internet. Facebook, Google und Twitter sei Dank, wissen nun Internet-Nutzer auf der ganzen Welt, dass Ikea ausgerechnet einer Bloggerin, die kostenlos Werbung für Ikea macht, zum Dank juristisch in den Hintern tritt.

Dabei verwundert das eher unsensible Vorgehen, denn das gesamte Ikea-Konzept ist eigentlich ein Musterbeispiel für perfektes Marketing. Andererseits scheint man bei Ikea tatsächlich nicht zu begreifen, dass das Blog Ikea Hackers kostenlose Werbung für Ikea bedeutet.

Ich persönlich denke ja, dass man eigentlich die Knalltüte abmahnen sollte, die die Abmahnung verbrochen hat. Denn die negativen Reaktionen im Internet und auch in bedeutenden Medien wie dem Handelsblatt bedeuten für Ikea einen erheblichen Imageverlust, der die Marketingaktivitäten des Unternehmens konterkariert.

Ja, man muss sich das wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Da gibt man auf der einen Seite Unsummen für Werbung aus und legt sich dann solch ein Ei. Gratulation! Die Marketing-Banane hat sich Ikea redlich verdient.

Banane 001

So und hier ist sie nun: Die Marketing-Banane für Ikea. Redlich verdient für die Abmahnung einer Bloggerin, die dem Unternehmen Kunden brachte. Das war dämlich von Ikea. Ganz schön Banane eben.

Bildnachweis für das “Bananenbild”: Lizenzfreies Bild aus der Datenbank FreePhotosBank

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