Von Spammern und der Oberflächlichkeit mancher Mitmenschen

Liebe Leser, nehmen wir einmal an, Sie erhalten regelmäßig Spam von einem ominösen Gewerbe Verzeichnis Deutschland. Deshalb googeln Sie ein wenig und finden dann einen Blogbeitrag. Wenn Sie dann also einen Blogbeitrag mit dem Titel gewerbe-verzeichnis-deutschland.com – und wieder ist ein Formularbetrüger unterwegs hier auf meinem Blog finden, würden Sie denken, dass ich der Urheber des Spams sein könnte?

Nun ja, vermutlich nicht. Denn ich gehe doch davon aus, dass Sie, liebe Leser, alle sinnverstehend lesen können, oder?

Doch leider sind nicht alle Internet-Nutzer mit der Begabung des sinnverstehenden Lesens ausgestattet. Denn bereits zwei Mal (!) haben sich Internet-Nutzer bei mir gemeldet, die mich verklagen wollten, wenn ich nicht sofort mit dem Spammen aufhöre.

Offenbar bekamen diese beiden merkwürdigen Zeitgenossen (wie ich auch) Spam von diesem superseriösen und angeblich so wichtigen Gewerbe Verzeichnis Deutschland. Also haben sie das Gewerbe Verzeichnis Deutschland gegoogelt und sind auf meinen oben zitierten Blogbeitrag gestoßen. Und da haben sie direkt meine Kontaktdaten gesucht und bei mir angerufen.

Sehr eindringlich wurde ich aufgefordert, sofort mit dem Spammen aufzuhören. Mir wurde klar gemacht, dass man mich anzeigen würde. Einer dieser ulkigen Zeitgenossen zitierte dabei sogar den Text meines Blogbeitrags. Dieser beginnt mit den Worten:

Vorsicht Falle: Wieder ist ein Formularbetrüger unterwegs.

Dazu kann ich nur sagen: Wer aufgrund des Blogtitels und den ersten Worten des Blogbeitrags nicht erkennt, dass dieser Blogbeitrag vor einem Betrugsszenario warnt, der muss so dämlich sein, dass es mich wundert, dass eine derartige Knalltüte überhaupt in der Lage ist, einen PC halbwegs unfallfrei zu bedienen.

Nicht zuletzt deshalb empfahl ich dem zuletzt zitierten Knallkopf, doch bitte einmal den gesamten Blogartikel einfach laut vorzulesen. Immerhin hatte ich die Hoffnung, dass sich ihm der Inhalt bei nochmaligem Lesen doch noch erschließt. Aber weit gefehlt: Er pöbelte nur zurück, dass er lesen könne und wir hier nicht in der Schule seien.

Dann begann er erneut, mir damit zu drohen, dass er mich wegen meiner Spammerei anzeigen wolle. Ich empfahl ihm, dies unbedingt zu machen. Da er sich ja lediglich auf einen Artikel berufen kann, der vor Spam und Betrug warnt, sollte ein derartiges Verfahren für mich ja ziemlich entspannt ausgehen, oder? 😉

Unsere Knalltüte ereiferte sich jedoch weiter: Bereits zwei Mal hätte er „mir“ durch Klick auf den Abmeldelink in der Spam-Mail mitgeteilt, dass er keine weiteren Mails mehr erhalten wolle. Hallo? Wer so blöd ist, auf einen in einer Spam-Mail enthaltenen Link zu klicken, der ist natürlich auch doof genug, mich für den Urheber des Spams zu halten. Und deshalb drehen wir heute den Spieß mal rum: Wir verleihen die Spam-Tomate nicht für dämlichen Spam, sondern für einen noch viel dämlicheren Spam-Empfänger.

Hier ist sie also: Die Spam-Tomate für einen Spam-Empfänger, der nicht sinnverstehend lesen kann, aber einem Blogger, der vor Spam und Betrug warnt, dafür noch mit einer Strafanzeige droht. Wir verleihen die Spam-Tomate einem Analphabeten, der offenbar nichts mit Formulierungen wie „und wieder ist ein Formularbetrüger unterwegs“ oder „vorsicht Falle“ anzufangen weiß.

Spam-Tomate 001a

Ich hoffe nur, dass ich in Zukunft von solchen Spinnern weitgehend verschont bleibe. Denn eigentlich wolte ich noch weitere Blogbeiträge über den alltäglichen und offenbar unvermeidlichen Spam veröffentlichen. Hoffen wir also, dass ich nicht auch noch für den Absender der folgenden Spam-Mail gehalten werde, die mich heute erreichte:

Ich bin Herbert Burkert, Europäische Union Auszahlungsoffizier in Deutschland zuständig für
Verarbeitung und Überweisungen der Gelder an alle Empfänger der Europäische Union Compensation Scheme.We haben 2,000,000.00.euros (Zwei
Millionen Euro) Ihrer Ausgleichsfonds der Europäischen Union Regierung, Bitte beachten Sie, dass die Mittel direkt von kommenden die Europäische Union, Es ist ein Ausgleich von der Europäischen Union für alle
Opfer der globalen Finanz, Scammed Opfer und Wirtschaftskrise und Ihre E-Mail wurde zufällig als einer der Glücklichen ausgewählt Begünstigten.
wir waren zu ermächtigen, Ihre volle Ausgleichszahlung von Überweisung 2,000,000.00.euros Sie sind verpflichtet, diese Angaben zu machen, damit wir mit gehen Ihre Überweisung:
Vollständige Namen.
Land
Beruf.
Direct Phone No.
Adresse:
Gescannte Kopie I.D.

Kontaktieren Sie uns für Ihre Forderung per E-Mail: europeanunionscheme@gmail.com

So, und nun bin ich gespannt, wer mich dafür nun verklagen will. 🙂

Unsere Spam-Tomate stammt aus der FreePhotosBank, wo sie als lizenzfreies Bild erhältlich ist.

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