Invoice, Invoice, Invoice – Ich will wieder Viagra

Wo ist nur der gute alte Spam geblieben? Früher wurden einem gefälschte Uhren angeboten. Oder Viagra aus dubiosen Quellen. Manchmal war man auch plötzlich Gewinner bei Lotterien, an denen man nie teilgenommen hatte oder die Nigeria Connection rührte mit herzerweichenden Geschichten um verschollene Millionen.

Und heute? Invoice, Invoice, Invoice – Nerviger Dauerspam mit Phishing-Malware im Anhang täuscht Rechnungen, Bestellungen oder Mahnungen vor. Insbesondere das Projektbüro eines aktuellen Mandanten wird damit geradezu überschüttet. Hier mal ein Beispiel:

Spam täuscht Auftrag und Rechnung vor 2016-05 002

Angebliche Rechnungen, Bestellungen, Scans, Mahnungen usw. finden sich dann im Anhang. Wer den Anhang öffnet, sieht jedoch weder eine Rechnung, noch eine Mahnung oder Bestellung. Vielmehr wird Malware installiert, also irgendein Programm, das man garantiert nicht auf dem Rechner haben möchte.

Meist handelt es sich bei solcher Schadsoftware um Phishing-Programme, die Passwörter ausspähen. Also: Wer unbedingt möchte, dass die Spammer Zugang zum Bankkonto haben, der sollte bei derartigen Mails den Anhang unbedingt öffnen. Gleiches gilt, wenn man z.B. das eigene Blog an die Spammer abgeben möchte, damit diese es zur Verbreitung weiterer Schadsoftware nutzen. Ebenfalls die Anhänge dieser Spam-Mails sollte öffnen, wer gerne einmal seine Accounts bei Ebay, Amazon und Co. kapern lassen möchte. Alle anderen sollten die Spam-Mails in die virtuelle Ablage „P“ verschieben. 😉

Zum Glück sind nicht nur manche E-Mail-Empfänger, sondern auch die Spammer dämlich. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass jemand auf eine derartige Spam-Mail hereinfällt sinkt signifikant, sobald man den Spam hundertfach an immer die gleiche E-Mail-Adresse sendet. Und ich kann Ihnen sagen, liebe Leser: Mitunter treffen bei meinem Mandanten 20 bis 30 solcher Mails pro Stunde ein.

Spam täuscht Auftrag und Rechnung vor 2016-05 001Leider kann man ja einen Begriff wie „Invoice“ nicht für den Spam-Filter blocken. Denn mitunter kommen ja tatsächlich Rechnungen per E-Mail. Also löscht man den ganzen Mist – Stück für Stück. Und ich sehne mich dann nach den guten alten Zeiten, als der Spam noch wirklich witzig war.

Deshalb meine Bitte an die Spammer: Lasst doch diesen Blödsinn, auf den eh niemand hereinfällt. Bitte schreibt doch wieder lustige Geschichten über verschollene Millionäre in irgendeinem Despotenstaat in Afrika. Bitte schickt mir Gewinnbenachrichtigungen südamerikanischer Lotterien. Denn dann haben wir wenigstens etwas Erheiterung. Der oben zitierte Invoice-Phishing-Blödsinn ist dagegen einfach nur lästig. Also: Ein wenig mehr Phantasie bitte! 😉

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