Manfred Haupt und herrenlose 8,5 Mio. Dollar

Heute erhielt ich mal wieder Spam, der allgemein unter dem Stichwort Nigeria Connection beschrieben wird. Die Masche ist dabei immer wieder ähnlich: Irgendeine Person mit dem gleichen Nachnamen ist angeblich irgendwo im Ausland verstorben und hat Geld auf einem Konto hinterlassen. Da es keine Angehörigen gibt, bietet dann ein angeblicher Anwalt, Bankangestellter, Vermögensverwalter oder was sich sonst so an einschlägigen Berufen tummelt an, sich das Geld zu teilen.

Damit man sich das Geld teilen kann, muss sich die von der Nigeria Connection angeschriebene Person als Verwandter des angeblich Verstorbenen – hier ein angeblicher Manfred Haupt, der 8,5 Mio. US-Dollar hinterlassen haben soll – ausgeben.

ADRIANA GARCIA PEREZ ABOGADO

Carrer Aribau, 196, 08036 Barcelona (Spain)

Sehr geehrter Joerg Haupt

Als erstes, moechte ich Sie um Ihr Vertrauen in dieser Transaktion bitten, diese ist voellig vertraulich und streng geheim. Doch ich weiß, dass eine Transaktion in dieser Groeße, jeden besorgt und beunruhigt machen kann, aber ich versichere Ihnen, das am Ende alles gut laufen wird. Ich werde anfangen, indem ich mich anstaendig vorstelle. Es wird Sie sicherlich ueberraschen diesen Brief zu erhalten, da wir vorher keine Absprache hatten. Mein Name ist Frau. Adriana Garcia Perez, die Anwaeltin des verstorbenen Herrn Ing. Manfred Haupt.

Bevor Herr Manfred Haupt starb, hat er die Summe von $ 8.5 Mio. (Acht Mio und fuenfhundert Tausend US-Dollar) mit einer Sicherheitsfirma hier in Spanien hintergelassen. Aus Gruenden der Sicherheit hat er den Inhalt, in einem hinterlegten Schliessfach der Sicherheitsfirma, nicht bekannt gemacht. Der Sicherheitsdienst hat mich nun beauftragt, einem Familienmitglied, Erben und Beguenstigten einen Anspruch auf dieses Schließfach zu praesentieren, bevor er das Schließfach beschlagnahmt.

Bislang, habe ich mit aller Muehe versucht jemanden zu kontaktieren, der mit dem Verstorbenen in Verwandtschaft steht, dies war leider erfolglos. Aus diesem Grund habe ich Sie kontaktiert. Eigentlich, bitte ich Sie um Ihre Einwilligung, Sie der Sicherheitsfirma als der Nachfolger Verwandt/Besitzer des Geldes unseres verstorbenen Kunden zu repraesentieren, da Sie den gleichen Nachnamen haben und somit wird das Schließfach an uns freilassen.

Alle legalen Dokumente, die Sie benoetigen um den Anspruch gerichtlich als mein Mandant Nachfolger Verwandtschaft zu erhalten, werde ich Ihnen zur Verfuegung stellen.Ich moechte vorschlagen, dass 20% von dem Geld an Hilfsorganisationen verschenkt werden, und die üblichen 80 % gleichmaeßig an uns verteilt werden. Ich moechte Ihnen vergewissern, dass dieser Auftrag voellig Risikofrei ist. Ich werde meine Position als Anwaeltin des Verstorbenen benutzen um die Transaktion erfolgreich durchfuehren.

Die geplante Transaktion wird unter einer autorisierten Anordnung durchgefuehrt, was Sie schuetzen wird. Falls das Geschaeftsleben nicht Ihrer Moral entspricht, dann bitte ich Sie meine Entschuldigung zu akzeptieren. Falls Sie im Gegenteil wuenschen mit mir dieses Ziel zu erringen, dann bitte ich Sie fuer weitere Details mit mir Kontakt aufzunehmen.

Mit freundlichen Gruessen,
Barr. Adriana Garcia Perez

So, und wie funktioniert nun der Betrug? Ganz einfach: Wer in freudiger Erwartung auf seinen Anteil an den herrenlosen Millionen antwortet, wird alsbald um einen Vorschuss gebeten, da die Transaktion mit Kosten verbunden ist. Deshalb spicht man auch vom sogenannten Vorschussbetrug. Ja, und man soll gar nicht glauben, wie viele naive (oder auch wohl gierige) Mitmenschen dann tatsächlich Geld überweisen.

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