Vom alltäglichen Wahnsinn während der Fahrt zur Arbeit

Diejenigen Leser, die unser jhmc Blog schon etwas länger verfolgen wissen, dass ich seit einigen Monaten ein etwas umfangreicheres Getränke-Projekt begleite und dass ich dafür fast täglich nach Bochum muss. Ja, und da die Jörg Haupt Management Consulting eine Unternehmensberatung aus Krefeld ist bedeutet das, dass ich fast täglich 55 Kilometer hin und auch wieder 55 Kilometer zurück fahre.

Obwohl: Fahre? Nicht wirklich. Tagesformabhängig kann es dann auch schon einmal etwas länger dauern und man steht mehr, als man fährt.

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Und das fing bereits heute Morgen vor der Uerdinger Rheinbrücke an. Aus mir sich beim besten Willen nicht erschließenden Gründen ist dort seit einigen Monaten immer Stau. Doch kaum hat man die Brücke überquert, geht es dann auch wieder voran. Ob es an Gaffern auf der Brücke liegt, die das Rheinpanorama genießen möchten?

Keine Ahnung. Heute morgen wurde dann auf der Duisburger Seite der Brücke noch etwas mehr gegafft. Ein Streifenwagen der Polizei stand mit Blaulicht am Straßenrand, da die Beamten einen LKW kontrollierten. Ja, das ist wahrlich ein Grund, Richtung Duisburg-Mündelheim zu schleichen und dabei noch etwas zu gaffen. Und ich freue mich mal wieder, sinnlos meine Zeit in einem Gafferstau zu verdaddeln.

Richtung Breitscheider Kreuz ging es dann richtig gut vorwärts, bis ich eben genau dieses Autobahnkreuz erreichte. Zugegeben: Das Breitscheider Kreuz ist ziemlich blöd gebaut. Denn hier kreuzt die A3 – immerhin eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands – die A52, die Düsseldorf mit dem Ruhrgebiet verbindet. Außerdem mündet hier die A524 ein, die als Zubringer aus dem Düsseldorfer Norden, dem Duisburger Süden und Teilen Krefelds dient. Um das morgendliche Chaos perfekt zu machen, ist auch noch eine Autobahnabfahrt nach Ratingen und Mülheim an der Ruhr integriert.

Klar, dass es sich hier jeden Morgen in alle Richtungen staut. Zumal viele Autofahrer offenbar noch nie etwas vom Reißverschlussverfahren gehört haben. Jedenfalls vermute ich das jetzt angesichts des morgendlichen Chaos einfach mal. 😉 Und auch die Rettungsgasse scheint vielen Autofahrern gänzlich unbekannt zu sein.

Weiter ging es dann auf der A52 Richtung Essen. Hier stand ich erneut im Stau. Nach nervenaufreibender Wartezeit stellte ich irgendwann fest, dass sich der Verkehr unter anderem deshalb staute, weil ein LKW-Fahrer es vorzog, im Schritttempo voran zu fahren.

Kaum hatte ich dieses fahrende Hindernis passiert, staute sich der Verkehr erneut vor der Baustelle, die derzeit auf der A52 kurz vor Essen eingerichtet ist. In der Baustelle zog es dann ein Autofahrer vor mir vor, nur 60 statt der erlaubten 80 km/h zu fahren. Und damit auch garantiert niemand überholen konnte, fuhr er einfach mittig auf beiden Spuren.

Irgendwann fuhr er dann ab und die Straße vor mir war frei. Also fuhr ich die erlaubten 80 km/h, als ich plötzlich bemerkte, dass ein Autofahrer hinter mir sehr dicht auffuhr. Ich ließ den Drängler durch und er schoss an mir vorbei. Offenbar strebte er an, die in der Baustelle erlaubten 80 km/h pro Rad zu erreichen.

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Schön ist es dann auch immer vor den Blitzgeräten auf der A40 zwischen Essen und Bochum. Ortskundige kennen die Stelle: Die A40 verläuft noch im Stadtgebiet von Essen in einer Kurve und in der Kurve werden teure Fotos in schlechter Qualität gemacht.

Nun möchte sicherlich niemand geblitzt werden. Aber viele Autofahrer haben offenbar noch nie davon gehört, dass diese Blitzer erst bei einer Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auslösen. Man muss die zulässige Höchstgeschwindigkeit demnach nicht wirklich um bis zu 30 km/h unterschreiten.

Unterschritten wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit dann im weiteren Verlauf der A40 auf Bochumer Stadtgebiet. Dort sind ausweislich der flexiblen Schilderbrücke meist 120 km/h erlaubt. Es muss herrlich sein, diese dauerhaft zu unterschreiten – und das natürlich nebeneinander auf allen drei Fahrspuren.

Ja, und so könnte ich pausenlos weiter berichten, denn das mache ich jeden Tag mit und zwar in beide Richtungen – schließlich muss ich ja auch vom Projektbüro wieder zurück nach Krefeld. Da wird man dann auch schonmal geschnitten und kann nur durch Vollbremsung eine Kollision verhindern. Manche scheinen die Autobahn mit einer Tempo-30-Zone zu verwechseln, wieder andere wechseln ohne Rücksicht auf den Verkehr und auch ohne zu blinken die Spur.

Wieder andere reagieren erst gar nicht auf eine grüne Ampel und warten einfach die nächste Rotphase ab. Dabei zeigen sich sich auch gegen Dauerhupen vollkommen resistent. So geht das Tag für Tag und ich bin wirklich gespannt, was mich in dieser Woche noch erwartet. In diesem Sinne: Gute Fahrt!

Zum Schluss der obligatorische Hinweis an die moralisch flexible Zunft der Abmahnanwälte: Die Bilder in diesem Beitrag stammen von Pixabay. Wie man dort auf der Startseite lesen kann, unterliegen die Bilder einer Creative Commons Lizenz.- Bild 1Bild 2

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