Herrenlose Millionen suchen einen Verwandten

Die Vorschussbetrüger sind wieder unterwegs: Herrenlose Millionen suchen einen Verwandten. Die folgende E-Mail ist ein weiteres Beispiel für nervigen Spam und Vorschussbetrug.

Sehr geehrter Herr Haupt,

Als erstes, moechte ich Sie um Ihr Vertrauen in dieser Transaktion bitten, diese ist voellig vertraulich und streng geheim. Doch ich weiß, dass eine Transaktion in dieser Groeße, jeden besorgt und beunruhigt machen kann, aber ich versichere Ihnen, das am Ende alles gut laufen wird.Ich werde anfangen, indem ich mich anstaendig vorstelle. Es wird Sie sicherlich ueberraschen diesen Brief zu erhalten, da wir vorher keine Absprache hatten. Mein Name ist Herr Delgado Schwarzmann, die Anwaelt des verstorbenen Herrn Ing. Hans-Peter Haupt.

Bevor Herr Hans-Peter Haupt starb, hat er die Summe von Euro 10.255.000 (Zehn Millionen, zweihundertfünfzig Fünftausend Euro) mit einer Bank hier in Spanien hintergelassen. Aus Gruenden der Sicherheit hat er den Inhalt, in einem hinterlegten Schliessfach der Sicherheitsfirma, nicht bekannt gemacht. Der Sicherheitsdienst hat mich nun beauftragt, einem Familienmitglied, Erben und Beguenstigten einen Anspruch auf dieses Schließfach zu praesentieren, bevor er das Schließfach beschlagnahmt.

Bislang, habe ich mit aller Muehe versucht jemanden zu kontaktieren, der mit dem Verstorbenen in Verwandtschaft steht, dies war leider erfolglos. Aus diesem Grund habe ich Sie kontaktiert. Eigentlich, bitte ich Sie um Ihre Einwilligung, Sie der Bank als der Nachfolger Verwandt/Besitzer des Geldes unseres verstorbenen Kunden zu repraesentieren, da Sie den gleichen Nachnamen haben und somit wird das Schließfach an uns freilassen.

Alle legalen Dokumente, die Sie benoetigen um den Anspruch gerichtlich als mein Mandant Nachfolger Verwandtschaft zu erhalten, werde ich Ihnen zur Verfuegung stellen.Ich moechte vorschlagen, dass 20% von dem Geld an Hilfsorganisationen verschenkt werden, und die üblichen 80 % gleichmaeßig an uns verteilt werden. Ich moechte Ihnen vergewissern, dass dieser Auftrag voellig Risikofrei ist. Ich werde meine Position als Anwaelt des Verstorbenen benutzen um die Transaktion erfolgreich durchfuehren.

Kontaktieren Sie mich bitte über der E-Mail schwarzmann.abo@gmail.com Telefonnummer: +34 603 142 845 oder Die geplante Transaktion wird unter einer autorisierten Anordnung durchgefuehrt, was Sie schuetzen wird. Falls das Geschaeftsleben nicht Ihrer Moral entspricht, dann bitte ich Sie meine Entschuldigung zu akzeptieren. Falls Sie im Gegenteil wuenschen mit mir dieses Ziel zu erringen, dann bitte ich Sie fuer weitere Details mit mir Kontakt aufzunehmen.

Mit freundlichen Gruessen
Delgado Schwarzmann

Delgado Schwarzmann – Vila Clavero & Asociados
Avenida Muelle de Heredia
22, 6º y 7ª-4
Malaga 29001
Spain

Wieder einmal soll also an die Gier naiver Mitmenschen appeliliert werden. Sobald man mit diesem sauberen angeblichen Herrn Schwarzmann in Kontakt tritt, wird er wohl kurz darauf einen Vorschuss anfordern, um die bisher angefallenen Kosten zu decken. Wahlweise können es auch Notar- oder Anwaltskosten sein, die in Kürze anfallen. Wer dann bezahlt muss schnell feststellen, dass sein Geld natürlich nicht weg ist. Das Geld hat dann halt nur jemand anderes. 😉

Da man einen Vorschuss bezahlen soll, heißt diese Masche Vorschussbetrug. Und da Herr „Schwarzmann“ um Vertraulichkeit bei seinem Betrugsversuch bittet, behandele ich diesen gerne vertraulich hier in meinem Blog. 😉

Googelt man die Adresse, so ist tatsächlich eine Anwaltskanzlei unter dem Namen Delgado Schwarzmann bei Google Maps unter der angegebenen Adresse eingetragen. Und selbst bei Anwalt.de ist ein passendes Profil hinterlegt. Offenbar handelt es sich also nicht nur um Vorschussbetrug. Nein, die Vorschussbetrüger sind sich auch für Identitätsdiebstahl nicht zu schade. Aber wer hat bei dieser E-Mail schon ein seriöses Angebot erwartet? Und die zitierte Anwaltskanzlei wird sich sicherlich freuen, dass man ihren guten Namen in den Dreck zieht.

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