Vorschussbetrug: „Sie brauchen keine Bank, um eine Finanzierung zu bekommen“

Erst gestern kontaktierte uns ein Existenzgründer, dem man einen Rip-Deal angedient hatte. Gut für ihn: Er hat einfach mal gegoogelt und ist auf unsere Berichterstattung rund um das Thema Vorschussbetrug gestoßen. Aber das hält die Vorschussbetrüger natürlich nicht davon ab, es immer wieder bei neuen potentiellen Opfern zu versuchen. Manchmal versuchen Sie es auch per Spam-Mail und so hatten wir heute die frohe Botschaft der Rip-Dealer im Spam-Fach: „Sie brauchen keine Bank, um eine Finanzierung zu bekommen“

Ja, unverhofft kommt oft – und hier eben unaufgefordert. Offenbar haben die Spammer einen E-Mail-Account geknackt, den sie nun als Verteiler nutzen. Ja, und offenbar sind wir auch im Verteiler, da wir heute die von der E-Mail-Adresse adkomxr@fozzi-sale.me mit dem vielversprechenden Namen „Die Finanzspritze“ übermittelte Spam-Mail erhielten.

Damit Sie. liebe Leser sich den Vorschussbetrugsspam unser lieben Rip-Dealer einmal anschauen können, haben wir Screenshots angefertig. Denn aus naheliegenden Gründen wollten wir die als Grafik eintrudelnde Spam-Mail nicht im Original speichern. Wer weiß, was man sich sonst noch einfängt?

Man hofft also, Unternehmen mit Liquiditätsbedarf zu finden, der nicht über die Hausbank gedeckt werden kann. Erfahrungsgemäß muss man also nur richtig viele Spam-Mails verschicken, um garantiert auf solche Unternehmen zu treffen. Ja, und dann gibt es offenbar manch ein Unternehmen, das dieses Angebot verlockend genug findet, um sich mit den Rip-Dealern einzulassen.

Googelt man ein wenig, dann stellt man fest, dass auch schon andere Blogger exakt dem gleichen Quatsch bereits Beiträge gewidmet haben. Schon deshalb sollte sich jeder Unternehmer fragen, ob hinter einer massenhaft verschckten Spam-Mail wohl ein auch nur ansatzweise seriöses Angebot stecken könnte. 😉

Übrigens: Ein ähnliches „Angebot“ haben wir auch hier im jhmc Blog bereits einmal vorgestellt. Schon damals lautete die Empfehlung: Finger weg von solchen „Angeboten“. Wie man hier auf unserer Webseite und auch anderen Quellen im Internet nachlesen kann wird man nämlich alsbald aufgefordert, irgendeine Vorleistung zu bezahlen. Beispiele dafür sind Versicherungen oder Notargebühren. Dann überweist man Geld auf irgendein Konto im Ausland – aber keine Angst, das Geld ist natürlich nicht weg. Es ist nur bei jemand anderem gelandet. 😉

Darlehen oder Unternehmensbeteiligungen gibt es bei diesen „Angeboten“ natürlich nicht. Man ist halt nur sein Geld los, wie mir Betrugsopfer aufgrund unserer Berichterstattung immer wieder bestätigen. Und in der Bargeld-Variante des Rip-Deals begegnet man sogar richtig gewaltbereiten Betrügern. Denn Rip-Dealer sind Kriminelle. Es handelt sich um organisiertes Verbrechen, um Banden von Betrügern, mit denen man sich niemals einlassen sollte.

Wenn es um Existenzgründungen, Kapitalbedarf, Restrukturierungen oder Unternehmens-Transaktionen geht: Sprechen Sie Fachleute an.

Bildnachweise: Screenshots der Spam-Mail & Pixabay CCO Public Domain

Schreibe einen Kommentar