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Archiv der Kategorie Aus den Nachrichten
Wir wissen, wo der libysche Ölminister Shukri Ghanem steckt!
20.6.2011 von Jörg Haupt.
Da kann man mal sehen! Wir wissen, wo der libysche Ölminister Shukri Ghanem steckt! Woher wir das wissen? Ganz einfach: Er ist unter die Spammer gegangen!
OK, zugegeben, auch wir wissen natürlich, dass da nicht wirklich der libysche Ölminister Shukri Ghanem dahinter steckt. Aber es zeigt wieder einmal, dass die Spammer und sonstigen bedingt seriösen Geschäftemacher flink sind und auf aktuelle politische Ereignisse wie beispielsweise in Libyen schnell reagieren.
Worum es geht? Ganz einfach: Wir haben heute einen Brief erhalten, der inhaltlich der sogenannten Nigeria Connection zugeordnet werden kann. Der Brief greift das Überlaufen des libyschen Ölministers Shukri Ghanem auf. Wir gehen im Folgenden davon aus, dass niemand so dämlich ist, einen solchen Brief für bare Münze zu nehmen. Deshalb geben wir den Brief zu Ihrer Erheiterung im Wortlaut wieder:
“Sehr geehrter Herr Haupt,
Mein Name ist Miriam Farhan. Ich bin die Finanzberaterin des libyschen Ölministers Shukri Ghanem.
Ich kontaktiere Sie in einer sehr wichtigen Angelegenheit, in der ich auf Ihre Unterstützung hoffe.
Es geht um 18.750.000,00 US$ (Achzehntausend Siebenhundertundfünfzig Millionen US$).”
An dieser Stelle sei uns folgende Bemerkung gegönnt: Es ist schon blöd, wenn man sich beim Verfassen des Spam-Briefes derart vertippt, oder? Geht es jetzt um 18,75 Milliarden oder um 18,75 Millionen US$? Sollte man Miriam Farhan dazu vielleicht einmal befragen?
Na ja, wir raten davon ab, mit dem Urheber dieses Briefs in Kontakt zu treten. Denn er hat ja ohnehin nur unlautere Absichten. Immerhin: Die auf dem Briefumschlag klebende Briefmarke beweist, dass es sich betriebswirtschaftlich lohnen muss, pro Brief 0,55 € Porto zu investieren. Heilige Einfalt! Offensichtlich stehen jeden Morgen mehr Dumme auf, als man denken sollte. Doch weiter:
“Dieses Geld gehört dem Chef (Shukri Ghanem) der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC und ist in meiner Obhut. Aufgrund der politischen Situation in Libyen und der Flucht von Shukri Ghanem, habe ich mich dazu entschlossen das Geld außer Landes zu bringen.
Seit dem wird das Geld von einem diplomatischen Kurierunternehmen, das mit dem Roten Kreuz zusammenarbeitet, sicher in Großbritannien verwahrt. Da ich nicht in der Lage bin, Libyen in der jetzigen Situation zu verlassen, benötige ich für die weiteren Schritte Ihre Hilfe.
Sind Sie in der Lage mir zu helfen? Sind Sie vertrauenswürdig und im Stande, mit der Situation umzugehen?”
Na sicher sind wir das! Wir veröffentlichen den Blödsinn ja schließlich gerade zur allgemeinen Belustigung in unserem Blog. Das ist nach unserer Auffassung der Beweis, dass wir imstande sind, mit der Situation angemessen umzugehen.
“Dann kontaktieren Sie mich unter folgender E-Mail Adresse: (hier stand einmal die E-Mail-Adresse dieser Granaten). Telefonisch erreichen Sie mich unter: (hier stand einmal die Telefonnummer dieser Granaten).
Alles was Sie tun müssen ist, das Kurierunternehmen zu kontaktieren und die Ware (wichtige offizielle Unterlagen) anzufordern. Die Ware wird dann an Sie bzw. an den von Ihnen angegebenen Ort geliefert und an Sie übergeben.
Sobald Sie für eine Zusammenarbeit bereit sind, werde ich Ihnen alle notwendigen Informationen und Einzelheiten zusenden. Ich werde Ihnen natürlich in allen wichtigen Fragen und Angelegenheiten zur Seite stehen, so dass Sie nicht auf sich allein gestellt sind.”
Na, da sind wir doch froh, dass man sogar persönlich betreut wird, während man abgezockt werden soll, oder?
“Für Ihre Bemühungen erhalten Sie 15% der Gesamtsumme, die Sie gleich nach dem Empfang der Ware durch das Kurierunternehmen an sich nehmen können. Den Rest bitte ich Sie auf eine von mir genannte Offshore Konto (ja, kein Vertipper. Da steht wirklich eine Konto!) einzuzahlen.
Sollte ich Ihr Interesse geweckt haben, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren. Sicherlich können auch weitere Informationen Ausschlaggebend für Ihre Entscheidung sein, deswegen möchte ich Sie bitten bei Zweifeln oder Fragen sich bei mir zu melden.
Miriam Farhan”
Hurra! Hier soll also die Gier über den Verstand obsiegen. Die Investition in Übersetzer, Briefpapier und Porto legt sogar nahe, dass es hinreichend viele Durchgeknallte gibt, die sich tatsächlich bei der angegebenen Telefonnummer oder E-Mail-Adresse melden. Nun ja, wer so dämlich ist, ist natürlich selber schuld und hat es wohl auch nicht besser verdient. Wir wünschen viel Spaß beim Abgezocktwerden.
>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
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Ackermann, Frauenquote & Heavy Metal
13.2.2011 von Jörg Haupt.
Ja, da hat der Herr Ackermann in der vergangenen Woche ja mal wieder hübsch polarisiert. Wurde er doch bezüglich der Diskussion um die Frauenquote in Unternehmen mit der Aussage zitiert, Frauen in Führungspositionen machten das Leben “farbiger und schöner”. Das rief natürlich gleich Politikerinnen jedweder Coleur auf den Plan, um bitterböse auf ihn einzuschimpfen. Die Medien greifen das natürlich auch immer wieder gerne auf, ist Herr Ackermann doch einer ihrer Lieblings-Buhmänner.
Nun könnte man natürlich ebenso fragen, weshalb es keine Frauenquote in Bezug auf die Einwerbung von Beteiligungskapital gibt. So wurde z.B. Lukasz Gadowski, Mit-Gründer von (u.a.) Spreadshirt und StudiVZ und Partner von Team Europe Ventures auf dem letzten Venture Capital Stammtisch in Düsseldorf gefragt, weshalb es aus seiiner Sicht so wenige Frauen mit Ideen für Internet-Start-ups gibt - eine Frage, die er übrigens nicht beantworten konnte. Nun ja, auf einem anderen Venture Capital Stammtisch nur einige Monate zuvor haben wir immerhin eine Dame kennengelernt, die zu einem Internet-affinen Gründerteam gehörte. Die Lösung für mehr Weiblichkeit in der Gründerszene scheint jedenfalls nicht die Einführung einer Frauenquote zu sein.
Manchmal scheint sich das Thema auch evolutorisch zu regulieren. Wer hätte z.B. noch vor wenigen Jahren vermutet, dass Deutschland einmal eine Bundeskanzlerin haben würde. Noch besser die Situation in den USA, wo bei den letzten Präsidentschaftswahlen eine Frau und ein Schwarzer die beiden ernstzunehmenden Kandidaten der Demokraten waren - übrigens ganz ohne Quotenregelung.
Auch Hansi Kürsch, Sänger der Heavy Metal Band Blind Guardian wird nachgesagt, einmal erwähnt zu haben, dass Frauen und Synthesizer im Heavy Metal nichts zu suchen hätten. Ja, so kann man sich selbst wiederlegen: Denn spätestens seit Nightwish mit Tarja Turunen an den Start gingen weiß man ja, dass das Blödsinn ist. Und Keyboards gehören bei Blind Guardian mittlerweile ganz selbstverständlich zum Klangbild dazu.
Das Schöne im Marketing ist, dass man entgegen solcher Überlegungen zur politischen Korrektheit durchaus polarisieren darf. Da wird mit Geschlechterklischees gerne gespielt und augenzwinkernd auf beliebten Vorurteilen herumgeritten.
Ein schönes Beispiel dafür ist ein Produkt namens QORN. Es wird als “Liquid Metal” vermarktet. Das Getränk, ein Korn für die Heavy Metal Szene, gehört laut Markenpositionierung nicht in den Körper einer Frau. Auch die Startseite der Webseite ist diesbezüglich vielversprechend: Schauen Sie doch selber einmal, wohin die dort genannten einzelnen Auswahlmöglichkeiten verlinkt sind. Wir sind jedenfalls gespannt, ob mit dieser polarisierenden Positionierung ein Szenegetränk aufgebaut werden kann. Und zum Thema Frauenquote im Heavy Metal: Tarja Turunen ist definitiv hübscher als Hansi Kürsch.
>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
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Der Highlander ist wieder unterwegs
20.12.2010 von Jörg Haupt.
Der Highlander ist wieder unterwegs. Nein, nicht einfach irgendein Bewohner der schottischen Highlands. Vielmehr geht es um Connor MacLeod, geboren 1518 und noch immer mit dem Schwert unterwegs. Sie wissen schon: Nicht-Schauspieler Christopher Lambert und “Es kann nur einen geben!” Und ja, dieser Highlander ist laut Drehbuch unsterblich - ebenso, wie manche Zeitgenossen zu sein scheinen, denen man derzeit im Straßenverkehr begegnet.
Tatsächlich wird man selbst bei einer geschlossenen Schneedecke auf der Autobahn von Leuten mit einem Affenzahn überholt. Dies lässt nur den Schluss zu, dass da offensichtlich Unsterbliche unterwegs sind. Oder diese Spitzenfahrer sind glatt in der Lage, dank Airbag, ESP, ABS usw. die Physik außer Kraft zu setzen. Andere dagegen fahren derart langsam und vorsichtig, dass man Angst bekommt, sie könnten mangels hinreichender Geschwindigkeit beim Fahren am Boden festfrieren.
Andererseits ist es ja wirklich der Hammer: Völlig überraschend ist kurz vor Jahresende der Winter gekommen. Das konnte natürlich niemand ahnen, und deshalb wird z.B. in der rheinischen Stadt Hilden erst gar kein Winterdienst für die Straßen bereit gestellt. Da braucht man keine Winterreifen, sondern Kufen. Und manch ein Zeitgenosse wurde vom Winter derart überrascht, dass er trotz Winterreifenpflicht selbige dennoch nicht an sein Auto montiert hat.
Wie auch immer. Auch wenn Queen zum Film Highlander den Song “Who Wants To Live Forever” beigesteuert haben: Bitte fahren Sie vorsichtig!
>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
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Winter - jetzt schon
30.11.2010 von Jörg Haupt.
Ist das nicht ein ätzendes Wetter? Nun hat der Winter tatsächlich schon Einzug gehalten. Dabei haben wir doch zumindest kalendarisch noch Herbst. Andererseits - vielleicht vollzieht das Wetter ja auch nur nach, was uns der Einzelhandel bereits Anfang September beginnt zu suggerieren: Nämlich dass bald Weihnachten ist. Und wenn man doch kurz nach den Sommerferien schon Spekulatius, Baumkuchen, Marzipankartoffeln & Co. im Laden findet, dann ist es doch kein Wunder, wenn der Winter sich ebenfalls auf das frühe Weihnachtssortiment abstimmt.
Obwohl das ja auch nur partiell gilt. Haben Sie z.B. einmal versucht, jetzt, wo der Frost da ist, Kühlerfrostschutz für Ihr Auto zu bekommen? Für die Scheibenwaschanlage ist Frostschutzmittel palettenweise vorhanden. Für Ihren Kühler bekommen Sie nicht einmal dieses Gerät, mit dem Sie messen können, bis zu welcher Temperatur das Frostschutzmittel im Kühler hält. Die Angestellten diverser Tankstellen schauen einen an, als käme man vom Mond: Kühlerflüssigkeit ausspindeln? Nie gehört!
Liebe Tankstellen: Im ewigen Kampf um den Kunden kann man hier noch echt gewinnen! Service muss tatsächlich kein Fremdwort sein. Auch ist es doch gar nicht so abwegig, mal ein paar Packungen Kühlerfrostschutz mehr zu ordern, oder? Schließlich kommt der Winter ja periodisch wiederkehrend jeweils am Jahresende. Das sollte doch auch den Einkaufsabteilungen klar sein, oder?
Gut, zugegeben, wir lästern hier nur über eine Sache, über die wir eher zufällig stolperten. Der eigene Wagen hält Spindel-getestet bis Minus 40 Grad durch. Dennoch erstaunt es schon, dass sich wirklich nahezu alle Tankstellen diverser Marken von Muschel bis blauer Raute bezüglich der Winterfestigkeit der Kundenfahrzeuge in der Service-Eiswüste befinden.
Hoffentlich haben auch alle Werkstätten schon von Winterreifen gehört. Denn schließlich gilt ja nun die Winterreifenpflicht. Aber wem das jetzt erst einfällt, der hat ja eh etwas falsch gemacht. Denn immerhin haben wir selbst hier am Niederrhein gerade richtigen Winter. Also mit Minusgraden und echtem Schnee. Und das, wo wir doch sonst an Weihnachten Temperaturen um 17 Grad gewohnt sind. Plus, versteht sich. Na ja, und exakt diese Temperaturen haben wir ja auch schonmal im Hochsommer. Da ist es ja kein Wunder, wenn die Handelsunternehmen uns schon im September mit Weihnachtsgebäck zuschmeißen.
So bleibt dann die Frage, ob der Winter nun ebenso hart und lang wird, wie im letzten Jahr. Ein Krefelder Händler für Frettchenfutter (!) wagte unlängst die Prognose, dass der Winter eben genau das wird: Hart und lang. Die Begründung: Seine eigenen Frettchen hätten sich sehr viel Winterspeck angefressen und auch seine Kunden würden überdurchschnittlich viel Frettchenfutter kaufen. Da aber auch “zufällig” die Webseite des Frettchenfutterversands genannt wurde, könnte es sich aber auch lediglich um eine geschickte virale Kampagne handeln.
Immerhin: Ein Tiernahrungshandel ausschließlich für Frettchenfutter ist schon ein grandioses Beispiel für eine Nischenstrategie. Andererseits gibt es ja sogar einen Laden für Pferdekostüme - nur für den Fall, dass Sie mal Ihr Pferd verkleiden wollen. Dagegen ist ein Frettchenfutterhandel ja schon fast Massenmarkt-kompatibel.
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