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Archiv der Kategorie Die Marketing-Banane
Qype entwickelt sich zur Ätzbude
17.2.2012 von Jörg Haupt.
Ja, es stimmt: Die Überschrift ist etwas provozierend. Aber irgendwie spiegelt sie schon meine Meinung wieder. Worum geht’s? Das Portal Qype bietet Internet-Nutzern die Möglichkeit, ortsbezogene Angebote zu bewerten. Dies können Restaurants, Hotels, Cafés oder auch andere Unternehmen sein. Ist ein Unternehmen nicht bereits dort eingetragen, so haben Unternehmer die Möglichkeit, dort ein Profil für ihr Unternehmen anzulegen. Dies ist demnach so ähnlich wie ein kostenloser Branchenbucheintrag, weshalb wir diesem Portal auch schon einmal einen kleinen Artikel in unserem Magazin gewidmet haben.
Nun lebt ein Social Web Portal aber nun einmal von der Kreativität und Berichterstattung seiner User. Doch diesbezüglich entwickelt sich Qype mehr und mehr zum Handlanger der dort vertretenen Unternehmen und verliert damit eines der wichtigsten Merkmale des Social Web: Die Authentizität der von den Usern verfassten Einträge.
Dazu möchte ich ein Beispiel geben: Vor einigen Monaten war ich einmal privat in Bremen und habe aufgrund eines Berichts in einem Stadtmagazin im Restaurant Luv zu Abend gegessen. Nun mag es vielleicht sein, dass ich einen schlechten Tag erwischt habe, aber das, was ich dort geboten bekam, war mit weitem Abstand die schlechteste Leistung, die ich je in einem Restaurant erleben durfte. Nach einer Wartezeit von 1,5 Stunden (!) bekam ich ein fade schmeckendes und lediglich lauwarmes, dafür aber “sehr übersichtlich” arrangiertes und vollkommen überteuertes Häppchen vorgesetzt. Ja, und darüber hatte ich bei Qype berichtet, denn vielleicht interessiert es ja auch andere potentielle Restaurantbesucher, dass dort eine realistische Chance besteht, für sein gutes Geld mal so richtig verarscht zu werden.
Doch vor einigen Monaten erhielt ich dann eine E-Mail von Qype. Demnach sollte ich den Bericht entschärfen, sonst würde man ihn löschen. Nun ist es keineswegs so, dass ich dort Schimpfworte oder Ähnliches verwendet hätte. Es war halt lediglich ironisch formuliert. Qype war jedoch der Meinung, dass ein Stückchen Broccoli niemals “traurig” sein könne. Nun ja, klein war es auf jeden Fall. Immerhin: Nach Entfernung der ironischen Formulierungen durfte der Beitrag stehen bleiben.
Im Gegenzug lässt sich Qype nun etwas völlig Neues einfallen: Man nervt die User mit Newsletter-Spam. Seit der Übernahme des Unternehmens “Coole Deals”, einem Groupon-Klon, bekomme ich freundlicherweise jede Menge Produktangebote über das nun QypeDeals heißende Portal. Bestellt habe ich diesen Newsletter niemals. Und wie nennt man das, wenn einem sinnlose Produktwerbung ohne Einverständnis in den virtuellen Briefkasten flattert? Richtig! Das nennt man Spam. Qype ist also unter die Spammer gegangen.
Auch heute erhielt ich wieder solch eine Nachricht, die ich garantiert nicht haben wollte und die auch noch - wie peinlich für ein Internet-Unternehmen - etliche Programmierfehler enthielt:
“Lieber Qyper, liebe Qyperin,
diese Woche ist alles anders! Wir stellen Euch nämlich den <b>Qyper der Woche</b> gleich hier vor und rühren außerdem ein bisschen die Werbetrommel für dieses Projekt.
Seit etwa eineinhalb Jahren nämlich küren wir jede Woche einen Qyper oder eine Qyperin, der bzw. die sich besonders in der Community hervor getan hat. Sei es wegen der tollen Beiträge wegen großartiger Fotos, weil er oder sie in den Gruppen so schön diskutiert oder einfach, weil er/sie nunmal so beliebt ist. Es gibt viele Gründe, der Qyper der Woche zu werden.”
Wow. Wie ätzend ist das denn? Die spammen mich zu und können noch nicht mal sauber programmieren. Ich sag’s doch: Qype entwickelt sich zur Ätzbude. Denn man begibt sich auf das Niveau von Spammern und zensiert die User. Wir gratulieren. Liebe Qyper, Ihr habt das mit dem Social Web offenbar irgendwie nicht richtig verstanden. Und das als Social Web Unternehmen.
So, und deshalb bekommt Qype nun unsere Marketing-Banane, nachdem wir im Januar keine Banane vergeben haben. Denn da hatten wir so viel um die Ohren, dass wir kaum zum Bloggen gekommen sind. Und hier ist sie nun, die Marketing-Banane für Qype. Herzlichen Glückwunsch!

Ach ja, und Pop-ups verwenden die bei Qype mittlerweile auch schon. Sagten wir nicht, dass Qype sich zur Ätzbude entwickelt?
Bildnachweis für das “Bananenbild”: Lizenzfreies Bild aus der Datenbank FreePhotosBank
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How are you, Mr. Haupt? - Die Marketing-Banane im Dezember geht an die Telefon-Spammer
1.12.2011 von Jörg Haupt.
Gerade erst haben wir den Jahressieger der Marketing-Banane gekürt, da drängt sich doch schon wieder ein neuer Bananenträger auf. Gut, dass wir seit unserem gestrigen Beitrag schon wieder einen Monat weiter sind. Denn so können wir heute gleich die Marketing-Banane für den Dezember 2011 vergeben.
Eigentlich könnten wir übrigens eine Marketing-Sonder-Banane einschieben, denn im November haben wir die mit Abstand durchgeknalltesten Typen getroffen, die wir im Rahmen unserer bisherigen Tätigkeit kennenlernen durften. Dabei ging es um jede Menge heißer Luft im Social Web. Na ja, heute sind wir spendabel: Die Marketing-Sonder-Banane geht an die Social-Web-Heißluft-Experten.
Doch zurück zum Dezember-Bananen-Träger: Wir hatten heute Morgen gerade den Rechner hochgefahren, da klingelte das Telefon. Ich nahm ab und hörte eine freundliche Dame durch’s Telefon säuseln: “Good morning, Mr. Haupt. I am (weiß ich nicht mehr) from (weiß ich auch nicht mehr).”
Aha! Super! Unbrauchbare Aktientipps per Telefon-Spam kurz nach 8:00 Uhr morgens. Super! Da stehe ich total drauf. Unbeirrbar machte die Dame weiter: “How are you today, Mr. Haupt?”
Na, ganz klasse. Die Knalltüte setzt auf Nervenkrieg per Zeitdiebstahl. Ich deutete der Zeitdiebin deshalb an, dass ich in den nächsten geschätzten 8 Millionen Jahren weiterhin kein Interesse an ihren brandheißen Anlagetipps hätte. Ja, und kaum hatte ich ausgeredet, da hatte sie auch schon eingehängt.
Doch der Tag war gerettet: Endlich durfte ich mal wieder mit einem Telefon-Spammer meinen Spaß haben. Und deshalb bekommt die Knalltüte von heute Morgen stellvertretend für alle anderen Telefon-Spammer die Marketing-Banane im Dezember 2011:

Aber man muss auch ganz schön was geraucht haben, um einen morgens um kurz nach acht mit englischem Telefonspam zu nerven. Andererseits war das offensichtlich abgelesene Schulenglisch schon irgendwie süß. Frei nach Reinhard Mey: “I could not English but quite cool, I learned it at the Folks-High-School”.
Kleiner Englisch-Exkurs:
I war my go stop over meadows.
Ich krieg mein Gehalt überwiesen.
Ja, das hat man jetzt davon, wenn man mich um kurz nach acht mit blödsinnigen Aktientipps nervt. Einmal hatte ich solch eine Nulpe am Telefon, die an einem total stressigen Tag mit irgendeinem Versicherungsangebot nervte. Ich legte einfach auf. Kurz darauf klingelte das Telefon erneut und eine total erboste Stimme blökte mich an: “Das ist aber unverschämt, einfach aufzulegen!” Ich sagte nur “Ja!” - und legte einfach auf.
Toll ist auch immer die Nummer, Versicherungs-Spammern zu erklären, dass man insolvent sei. Mein Vater hatte derweil bei einem Lebensversicherungs-Spammer eine ganz andere Nummer drauf: “Super, dass Sie anrufen! Ich möchte tatsächlich gerne eine Lebensversicherung abschließen.” - Frohlocken am anderen Ende der Telefonleitung. Derweil erklärte mein Vater, dass er 86 und starker Raucher wäre. Seine Telefonnummer wäre 0815 - 4711. Irgendwie fühlte sich der Versicherungs-Spammer da nicht mehr so ganz ernst genommen. Und in der Tat: Mein Vater raucht nicht und ist auch jünger.
Gut ist auch immer wieder die folgende Ansage: “Entschuldigen Sie, ich kann leider Ihre Telefonnummer nicht auf meinem Display erkennen. Bitte geben Sie mir doch Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten, damit ich weiß, wen ich wegen der verbotenen Telefonwerbung verklagen darf.”
Schön war auch die folgende Begebenheit: Ein Telefon-Spammer rief mich wegen meines Zeitschriften-Abos an. “Ach”, sagte ich, “wegen des Focus?” - “Ja, genau!” - “Ich habe aber den Stern abonniert.” - “Äh … ja …” - “Kann es sein, dass Sie lügen?” - Da hat er einfach aufgelegt.
Doch nicht nur ich oder auch mein Vater haben immer wieder unseren Spaß mit den Telefon-Spammern. Da auch meine Brüder selbständig sind, freuen sie sich natürlich ebenso wie ich über solch durchgeknallte Zeitdiebe. Und wer einem schon die kostbare Arbeitszeit stiehlt, der schreit doch geradezu danach, nach Strich und Faden verarscht zu werden.
Einer der beiden hatte mal einen Telefon-Spammer dran, der meinen Bruder bat, eine größere Summe auf sein Konto zu überweisen. Das Geld würde nicht angefasst und sollte nur einige Monate auf dem besagten Konto verbleiben. Nach einigen Monaten hätte sich das Geld dann verdoppelt. Mein Bruder sagte, dass dies ja eine ganz tolle Geldanlage wäre. Das wolle er sofort machen. Er hätte nur eine kleine Variation vorzuschlagen: Da der Telefon-Spammer das Geld meines Bruders ja eh nicht anrühren würde, solle er sich doch einfach nur vorstellen, dass mein Bruder überwiesen hätte. Den Differenzbetrag könnte er ja nach Ablauf der Frist direkt auf das Konto meines Bruders überweisen. Irgendwie fühlte sich diese Knalltüte da wohl nicht ganz ernst genommen. Der Telefon-Spammer legte einfach auf.
Der gleiche Bruder hatte auch mal eine Knalltüte am Telefon, die ihm ein System-Lotto-Abonnement aufschwatzen wollte. Die Telefon-Spam-Knalltüte sagte sogar, sie würde einen Gewinn garantieren. Darauf mein Bruder: “Das ist ja genial! Das mache ich sofort. Ich habe aber eine Idee: Da ich ja garantiert gewinne, können Sie ja meinen Einsatz direkt mit dem Gewinn verrechnen und mir den Differenzbetrag überweisen.”
Ja, da erklärte die Telefon-Spam-Knalltüte, dass es so nicht gemeint wäre. Es könne ja niemand wissen, ob der Gewinn auch höher wäre als der Einsatz. Darauf mein Bruder: “Haben Sie in BWL nicht aufgepasst? Wenn die Kosten höher sind als der Einsatz, dann ist es ja kein Gewinn. Dann spricht man von Verlust.” Erst da merkte der Telefon-Spammer, dass er verarscht worden war.
Einmal hatte ich wieder einen Aktientipp-Spammer (oder sagt man besser Spinner?) am Telefon. Ich blieb völlig ruhig und sachlich und ließ mir sogar die Unterlagen schicken. Kurze Zeit später traf dann auch eine Hochglanzbroschüre per Briefpost ein. Es vergingen einige Wochen, da meldete sich der Aktientipp-Spammer erneut. Ob ich mir die Unterlagen schon angeschaut hätte, wollte er wissen. Ich sagte: “Nein, die habe ich einfach weggeschmissen!” - “Aber warum bestellen Sie dann erst die Unterlagen bei mir?” - “Ganz einfach: Wenn Sie mich schon ungefragt am Telefon nerven, dann soll es Sie auch richtig Porto kosten!” - Da wollte er auch nicht mehr mit mir sprechen.
Ja, liebe Leser, ist es nicht schön, wie einem freundliche Anrufer immer wieder mit unsinnigen Angeboten den Büroalltag auflockern? Wir freuen uns jedenfalls immer sehr darüber und verleihen deshalb den Telefon-Spammern die Marketing-Banane im Dezember 2011.
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Gähnende Leere im Gehry’s - Unser Marketing-Bananen-Jahressieger
30.11.2011 von Jörg Haupt.
Eigentlich wollten wir die Marketing-Banane niemals zwei Mal an das gleiche Unternehmen verleihen. Doch bezüglich des miesen Marketing manches Unternehmens wird man immer noch wieder überrascht: Egal, wie schlecht die Leistung vorher schon war, man kann definitiv alles nochmal toppen.
Ja, und das brachte uns in eine Zwickmühle: Sollten wir die Marketing-Banane tatsächlich zwei Mal dem Restaurant Gehry`s in Düsseldorf verleihen? Nun ja, das Prinzip, die Marketing-Banane nur jeweils ein Mal zu verleihen, haben wir ja selber ins Leben gerufen. Also können wir in unserem eigenen Blog natürlich auch die Regeln ändern.
OK, also gibt es neue Regeln: Man kann die Marketing-Banene zwar nur einmal bekommen. Aber unter den Bananen-Trägern kann auch ein Jahressieger gekürt werden. Nämlich genau dann, wenn man auf die schlechte Leistung, die zur Verleihung der Marketing-Banane führte, noch einen draufsetzt.
Und genau deshalb ist das Restaurant Gehry’s in Düsseldorf nun Marketing-Bananen-Jahressieger:

Wir erinnern uns: Im Juli hatten wir dem Gehry’s die Marketing-Banane verliehen, da gastronomischer Anspruch und gastronomische Wirklichkeit auseinanderklafften. Die Gäste des dort einmal im Monat stattfindenden Venture Capital Stammtischs wurden von Mal zu Mal mit immer schlechterem Service und immer kleiner werdenden Portionen abgefertigt. Ein Kollege bekam ein Nudelgericht, das nach lediglich sechs Gabeln vollständig vertilgt war, mein Garnelenspieß bestand aus zwei Garnelen - eigentlich hätte man sich aus Gründen der Optimierung der betrieblichen Kosten auch gleich den Holzspieß sparen können.
Im September (im August hatte der Venture Capital Stammtisch Sommerpause) verzichteten der Kollege und ich deshalb darauf, im Gehry’s zu essen. Statt dessen gingen wir nach dem Venture Capital Stammtisch direkt ins Curry schräg gegenüber. Denn da bekommt man für sein Geld wenigstens was auf die Gabel.
Im Oktober verkündeten die Initiatoren des Venture Capital Stammtischs dann, dass der Stammtisch ab November an einem neuen Ort stattfindet. Der Grund: Der Manager des Gehry’s hatte doch tatsächlich verlangt, dass die Initiatoren des VC-Stammtischs eine Umsatzgarantie geben sollten. Für diese sollten sie dann sogar einstehen, wenn der garantierte Umsatz nicht erreicht würde.
Also ehrlich: Dieser Typ der Kategorie “jung, dynamisch, erfolglos” hat doch offenbar irgendwas geraucht. Auch seine Begründung für die erwartete Umsatzgarantie war nicht von schlechten Eltern: Da der Venture Capital Stammtisch ja einen ganzen Raum belege, jedoch nicht immer alle Tische besetzt seien, müsse man quasi den entgangenen Umsatz der nicht besetzten Tische zahlen.
Ja, und jetzt wird’s richtig ulkig. Denn es ist nämlich nicht so, dass sich die Gäste zum Mittagstisch im Gehry’s stapeln würden. Der Venture Capital Stammtisch suchte sich derweil eine neue Location, und da diese nur einige Meter vom Gehry’s entfernt ist, schaute ich doch gestern nach dem Venture Capital Stammtisch mal schnell vorbei, wie voll es denn im Gehry’s um die Mittagszeit ist.
Liebe Leser, ich kann Ihnen sagen: Da ist dem Gehry’s aber wirklich ein ganz großer Wurf gelungen. Endlich nerven keine Gäste mehr! Kein lästiges: “Bringen Sie mir doch bitte noch einen Espresso.” - “Ich hätte gerne noch ein Wasser.” - “Könnte ich noch ein Glas Wein bekommen?” Und auch die Toilette macht jetzt niemand mehr schmutzig. Denn es ist ja keiner da. Es herrschte gähnende Leere. Ja, so hat man reichlich Mittagstisch: Also jede Menge freier Tische um die Mittagszeit.
Andererseits wäre zu viel Stress für die Kellner des Gehry’s aus arbeitsmedizinischer Sicht ja auch äußerst negativ zu bewerten. Und soviel ist mal sicher: Die Kellner des Gehry’s leben jetzt sehr gesund. Sie können sich nun ganz in Ruhe ihrem Lieblingsspiel widmen. Es heißt “Kellner-Mikado” und geht so: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren.
Nun könnte man natürlich sagen, dass sich vermutlich das Angebot einer preiswerten Karte zur Mittagszeit betriebswirtschaftlich nicht gerechnet hat. Doch andererseits ist natürlich die Frage zu stellen, ob es betriebswirtschaftlich sinnvoller ist, bei gleichem Personaleinsatz gar keinen Umsatz zu generieren. Obwohl das Wort “Einsatz” in Verbindung mit “Personal” in dieser Dienstleistungswüste schon grotesk erscheint.
Jedenfalls ist es dem Restaurant Gehry’s eindrucksvoll gelungen sich als überteuerte Dienstleistungswüste mit mäßigem Essen und schlechtem Service bei einer außerordentlich zahlungskräftigen Kundschaft zu positionieren. Darüber hinaus hat man eben dieser zahlungskräftigen Kundschaft auch noch bedeutet, dass sie dort nicht erwünscht ist. Gratulation! Das muss man erst mal hinkriegen.
Zu dem hier erkennbaren Höchstmaß gastronomischer Inkompetenz können wir jedenfalls nur herzlich gratulieren. Und deshalb haben wir noch vor Ablauf des Jahres 2011 das Gehry’s in Düsseldorf zum Marketing-Bananen-Jahressieger gekürt.
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Die Marketing-Banane im November 2011 geht an die Hövels Hausbrauerei in Dortmund
24.11.2011 von Jörg Haupt.
Neulich war ich mit einigen Freunden in Dortmund. Irgendwer war auf die Idee gekommen, sich dort einmal die Stadt anzuschauen. OK, warum auch nicht? Bislang kannte ich wegen einiger Termine in Dortmund lediglich zwei Hotels in der Nähe der B1, die sich ja als Fortsetzung der als “längster Parkplatz des Ruhrgebiets” verballhornten A40 durch das Dortmunder Stadtgebiet schlängelt. Klar, die Westfalenhalle kenne ich natürlich durch die Besuche einiger Rockkonzerte auch. Also stand zur Abwechslung mal die Dortmunder Innenstadt auf dem Programm.
Gegen Abend lachte uns dann in der Fußgängerzone ein Schild an, das den Weg zu einer Hausbrauerei wies. Wir folgten dem Schild, um dann ratlos vor einem der Eingänge der Thier Galerie zu stehen. Von der versprochenen Hövels Hausbrauerei war jedoch weit und breit nichts zu sehen. Weitere Hinweischilder? Fehlanzeige!
Also fragten wir mal den ein oder anderen Passanten. Leider wussten auch die nicht weiter. Mobilfunk und Google sei Dank fanden wir heraus: Die Hövels Hausbrauerei liegt auf der Rückseite der Thier Galerie. Doch offenbar will die Hövels Hausbrauerei nicht gefunden werden, denn es wäre ja viel zu einfach, weitere Hinweisschilder aufzustellen. Der aufmerksame Passant könnte die Schilder ja finden und es sogar bis in die Gaststätte schaffen!
Doch Google sei Dank hatten wir die Brauerei ja nun trotz des Versteckspiels gefunden. In freudiger Erwartung deftiger Hausmannskost und leckerer Bierspezialitäten betraten wir den Gastraum und fragten einen der Kellner, ob er einen Platz für 8 Personen hätte. Etwas lustlos wies er uns einen Tisch mit lediglich 7 Barhockern zu, obwohl viele Tische nicht besetzt waren. Die freien Tische wären reserviert, ließ er uns wissen.
Einen weiteren Barhocker hatten sie wohl auch nicht mehr. Da wir nicht teils im Stehen essen und auch lieber an einem Tisch mit richtigen Stühlen sitzen wollten, sind wir dann einfach gegangen. Aber irgendwie hatten wir auch keine Lust mehr auf die lustlosen Kellner, denen man im Laufen hätte die Schuhe besohlen können. Und für diese gestronomische Glanz-Nicht-Leistung sowie die Unauffindbarkeit der Hövels Hausbrauerei aufgrund der fehlenden Hinweisschilder vergeben wir die Marketing-Banane im November 2011.

Ja, da lobe ich mir eine rheinische Hausbrauerei, wo man statt eines Kellners noch echte Köbesse findet. Da können die Hövels-Trantüten noch echt was lernen. Im Rheinland stellt man sich einfach an die Theke und bekommt bei nächster Gelegenheit einen frei werdenden Tisch zugewiesen. Und bis der frei wird, haben die fleißigen Köbesse dem Gast bereits mindestens ein oder zwei Alt oder Kölsch (je nachdem, wo man sich im Rheinland befindet) verkauft.
Noch während wir draußen diskutierten, wo wir denn nun hingehen wollten, wurden drinnen zwei Tische frei, an denen wir locker hätten Platz nehmen können. Doch auf derart hochmotiviertes Personal hatten wir dann doch keine Lust mehr.
Na ja, vielleicht haben wir ja auch einfach nur westfälische Lebensfreude pur erlebt. Böse Zungen behaupten ja, man würde in Westfalen zum Lachen in den Keller gehen. Und die Hövels Hausbrauerei liegt nun einmal im Erdgeschoss.
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