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Archiv der Kategorie Marketing

Moderne Wegelagerei

In Krefeld sollte man sich tunlichst an die jeweils erlaubte Geschwindigkeit halten. Denn Autofahrer werden in Krefeld gnadenlos abgezockt.

Das geht so weit, dass die erlaubte Geschwindigkeit selbst auf fast autobahnähnlich ausgebauten Straßen auf 50 km/h festgelegt wird. Und das können Sie, liebe Leser, uns glauben: Es ist gar nicht so leicht, auf einer derart breiten und gut ausgebauten Straße tatsächlich nur 50 km/h zu fahren.

Früher durfte man dort natürlich 70 km/h fahren. Doch kürzlich hat die Stadt Krefeld einfach mal beschlossen, die Geschwindigkeit auf dem größten Teil der sogenannten Südtangente - im Einzelnen die Straßen Obergath und Untergath - einfach mal auf 50 km/h abzusenken. Und nun glauben Sie bl0ß nicht, dass man seinerzeit auf die geänderte erlaubte Höchstgeschwindigkeit hingewiesen hätte. Denn die Stadt Krefeld braucht ja Geld. Und wenn man als ortskundiger Fahrer seit Jahrzehnten gewohnt ist, dass man auf einer bestimmten Straße 70 km/h fahren darf, dann kann eine Blitzaktion richtig lukrativ werden.

Ja, das nennen wir mal gelungenes Stadtmarketing. Und deshalb haben wir diesen Beitrag ja auch in die Rubrik Marketing gestellt. Willkommen in Krefeld. Wir freuen uns dass Sie uns besuchen. Und weil wir uns so freuen, haben wir gleich ein Foto von Ihnen gemacht. ;)

Na ja, wie gesagt: Die Kommunen brauchen Geld. Ebenso wie Länder oder der Bund. Der Staat braucht Geld, denn wir müssen ja griechische Staatsschulden und unehrenhaft entlassene Bundespräsidenten bezahlen. Ach ja, bevor wir es vergessen: Diverse abgehalfterte Minister und Ex-Bundeskanzler haben ja auch noch Anspruch auf Rente, Büro, Sekretariat und Dienstwagen. Da kommt ganz schön was zusammen. Ja, und da hilft eben nur noch Abzocke.

Überhaupt macht Autofahren derzeit ja so richtig Spaß. Der öffentliche Personennahverkehr wird möglichst unattraktiv gemacht, damit auch viele Bürger weiterhin auf das Auto angewiesen sind. So ist dann sichergestellt, dass man spätestens beim Tanken wieder ordentlich zur Kasse gebeten wird. Und auf dem Weg zur Tankstelle wird der Autofahrer schnell nochmal fotografiert. Eigentlich sollte man zur kollektiven Steuerhinterziehung aufrufen.

Neulich entdeckten wir die Wegelagerer auf einem Stück der oben bereits zitierten Krefelder Südtangente, auf dem man noch 70 km/h fahren darf (dieses Stück heißt Gladbacher Straße) - und das gleich zwei Mal in einem Abstand von lediglich 1,3 Kilometern. Vermutlich ist das Kalkül der Raubritter, dass man nicht mehr damit rechnet, dass auf einer Strecke geblitzt wird, wenn man erst einmal den ersten Blitzer rechtzeitig erkannt hat. Wir haben die Strecke in Google Maps einmal nachgezeichnet:


Größere Kartenansicht

Der erste Blitzer an der Markierung A befand sich hinter Büschen versteckt an einer Auffahrt auf die B57 / Gladbacher Straße in Fahrtrichtung Innenstadt. Dort ist die Straße fast wie eine Autobahn ausgebaut. Es gibt zwei Spuren pro Fahrtrichtung und die Verkehrsführung ist kreuzungsfrei. Ja, da geht es wahrlich um Verkehrssicherheit. ;)

Kurz darauf - an der Markierung B - befand sich der zweite mobile Blitzer. Hier wird kurz vor einer Ampel die erlaubte Geschwindigkeit von 70 km/h auf 50 km/h heruntergesetzt. Zugegeben, aufgrund der dort einmündenden stark befahrenen Straße macht dies an dieser Stelle Sinn. Dennoch waren wir von der dichten Taktung der Radarfallen wirklich fasziniert.

In diesem Sinne: Willkommen in Krefeld. Und nein, ich bin nicht in die Radarfallen getappt. Ich weiß ja, dass in Krefeld diese Strauchdiebe fast hinter jeder Ecke stehen. Deshalb halte ich mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. ;)

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Ich twittere immer das Gleiche - ich twittere immer das Gleiche - ich twittere immer das Gleiche …

Viele Unternehmen setzen das Social Web für das eigene Marketing ein. Und es stimmt: Social Media Marketing kann durchaus ein wichtiger Baustein der Kommunikationspolitik des eigenen Unternehmens sein.

Das Schöne dabei: Einige Instrumente des Social Media Marketing lassen sich sogar kostenlos nutzen. Ein Profil bei Twitter oder auch eine Fanpage bei Facebook gibt es zum Nulltarif.

Das weniger Schöne dabei: Viele Unternehmen haben offensichtlich gar nicht verstanden, dass Social Media Marketing nicht bedeutet, Social Media Kanäle mit immer gleichen Werbebotschaften zuzutexten. Doch genau das sieht man immer wieder, wie das folgende Beispiel zeigt.

So erhielten wir heute die Nachricht, dass uns nun mal wieder ein neues Twitter-Profil folgt. Obwohl: Eigentlich folgt es dem Twitter-Profil des von uns mitherausgegebenen Magazins RechtNews. Aber egal, sie folgen uns jedenfalls.

Doch eigentlich lohnt es sich nicht, diesem Profil ebenfalls zu folgen. Denn alle Tweets stellen die gleiche Frage: Jeder Follower wird gefragt: “War Ihnen klar, warum Kontenprüfung so wichtig ist”. Und ja, sie haben jedesmal auch das Fragezeichen vergessen.

Ich twittere immer das Gleiche - ich twittere immer das Gleiche - ich twittere immer das Gleiche …

Nun ja, hier erkennt man schnell: Die BlueMarket AG kann zwar offensichtlich Twitter halbwegs unfallfrei bedienen. Ganz unfallfrei sind deren “Botschaften” aber offensichtlich nicht. Jedenfalls liegt die Vermutung nahe, dass deren Kreativabteilung das Schicksal der Dinosaurier teilt: Sie sind seit Millionen Jahren ausgestorben.

Zum Glück hat die BlueMarket AG aber noch eine weitere frohe Botschaft im Header ihres Twitter-Accounts platziert:

Ich twittere immer das Gleiche - ich twittere immer das Gleiche - ich twittere immer das Gleiche …

Na, da sind wir aber gespannt, oder? Schauen wir also mal, wie man mit Twitter Geld verdienen kann.

Der Link führt zu einer einfach gestrickten Webseite, die “mehr Besucher und mehr Umsatz durch professionelles Twitter-Account-Management” verspricht. Boah ey, was es alles gibt. Da sind wir aber total begeistert! Denn - so meint zumindest unser Twitter-Spammer - es ist ja total ärgerlich, dass man Twitter-Profilen folgt, die dann so böse sind und einem einfach nicht zurückfolgen. Doch dagegen hat unser Twitter-Spammer ein “mächtiges Marketing-Tool” entwickelt: Den BlueMarket Entfolger.

Und dieses “mächtige” Hammer-Hyper-Super-Tool ist nicht einmal teuer, denn unser Bauernfänger möchte jedem seiner “Kunden die Möglichkeit geben den BlueMarket Entfolger zu nutzen und mehr Gewinn zu erzielen” - auch wenn er dabei ein Komma vergisst. ;)

Demnach kann man für schlappe 39,70 € dieses nutzlose Programm des Fragezeichen und Kommata vergessenden Spammers kaufen. Aber nur für “kurze Zeit”, denn so soll gleichzeitig noch durch Verknappung ein gewisser Vertriebsdruck aufgebaut werden. Wir gratulieren zu diesem hochseriösen Angebot.

Doch der Oberknaller ist der Screenshot dieses “mächtigen Marketing-Tools”, den wir hier inklusive des mächtigen Rechtschreibfehlers zeigen:

Ich twittere immer das Gleiche - ich twittere immer das Gleiche - ich twittere immer das Gleiche …

“Enfolge Benutzer” - ne, ist klar. Euch sollte man auch schleunigst “enfolgen”. Andererseits folgen wir Euch ja eh nicht und so sind wir gespannt, ob Ihr uns dank des “mächtigen Marketing-Tools” bald auch “enfolgen” werdet. Solltet Ihr uns “enfolgen” macht uns das auch total “enspann”.

Aber mal ganz im Ernst: Hier hat jemand Sinn und Zweck des Social Media Marketing irgendwie nicht verstanden. Und auch bei Twitter geht es nicht wirklich darum, möglichst viele Profile “einzusammeln” die einem dann zurückfolgen. Unser Tipp zum Thema “professionelles Twitter-Account-Management”: Den durch unsere fleißigen “Immer-das-Gleiche-Twitterer” angebotenen Quatsch braucht kein Mensch. In diesem Sinne noch ein fröhliches “Enfolgen”.

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Qype entwickelt sich zur Ätzbude

Ja, es stimmt: Die Überschrift ist etwas provozierend. Aber irgendwie spiegelt sie schon meine Meinung wieder. Worum geht’s? Das Portal Qype bietet Internet-Nutzern die Möglichkeit, ortsbezogene Angebote zu bewerten. Dies können Restaurants, Hotels, Cafés oder auch andere Unternehmen sein. Ist ein Unternehmen nicht bereits dort eingetragen, so haben Unternehmer die Möglichkeit, dort ein Profil für ihr Unternehmen anzulegen. Dies ist demnach so ähnlich wie ein kostenloser Branchenbucheintrag, weshalb wir diesem Portal auch schon einmal einen kleinen Artikel in unserem Magazin gewidmet haben.

Nun lebt ein Social Web Portal aber nun einmal von der Kreativität und Berichterstattung seiner User. Doch diesbezüglich entwickelt sich Qype mehr und mehr zum Handlanger der dort vertretenen Unternehmen und verliert damit eines der wichtigsten Merkmale des Social Web: Die Authentizität der von den Usern verfassten Einträge.

Dazu möchte ich ein Beispiel geben: Vor einigen Monaten war ich einmal privat in Bremen und habe aufgrund eines Berichts in einem Stadtmagazin im Restaurant Luv zu Abend gegessen. Nun mag es vielleicht sein, dass ich einen schlechten Tag erwischt habe, aber das, was ich dort geboten bekam, war mit weitem Abstand die schlechteste Leistung, die ich je in einem Restaurant erleben durfte. Nach einer Wartezeit von 1,5 Stunden (!) bekam ich ein fade schmeckendes und lediglich lauwarmes, dafür aber “sehr übersichtlich” arrangiertes und vollkommen überteuertes Häppchen vorgesetzt. Ja, und darüber hatte ich bei Qype berichtet, denn vielleicht interessiert es ja auch andere potentielle Restaurantbesucher, dass dort eine realistische Chance besteht, für sein gutes Geld mal so richtig verarscht zu werden.

Doch vor einigen Monaten erhielt ich dann eine E-Mail von Qype. Demnach sollte ich den Bericht entschärfen, sonst würde man ihn löschen. Nun ist es keineswegs so, dass ich dort Schimpfworte oder Ähnliches verwendet hätte. Es war halt lediglich ironisch formuliert. Qype war jedoch der Meinung, dass ein Stückchen Broccoli niemals “traurig” sein könne. Nun ja, klein war es auf jeden Fall. Immerhin: Nach Entfernung der ironischen Formulierungen durfte der Beitrag stehen bleiben.

Im Gegenzug lässt sich Qype nun etwas völlig Neues einfallen: Man nervt die User mit Newsletter-Spam. Seit der Übernahme des Unternehmens “Coole Deals”, einem Groupon-Klon, bekomme ich freundlicherweise jede Menge Produktangebote über das nun QypeDeals heißende Portal. Bestellt habe ich diesen Newsletter niemals. Und wie nennt man das, wenn einem sinnlose Produktwerbung ohne Einverständnis in den virtuellen Briefkasten flattert? Richtig! Das nennt man Spam. Qype ist also unter die Spammer gegangen.

Auch heute erhielt ich wieder solch eine Nachricht, die ich garantiert nicht haben wollte und die auch noch - wie peinlich für ein Internet-Unternehmen - etliche Programmierfehler enthielt:

“Lieber Qyper, liebe Qyperin,

diese Woche ist alles anders! Wir stellen Euch nämlich den <b>Qyper der Woche</b> gleich hier vor und rühren außerdem ein bisschen die Werbetrommel für dieses Projekt.
Seit etwa eineinhalb Jahren nämlich küren wir jede Woche einen Qyper oder eine Qyperin, der bzw. die sich besonders in der Community hervor getan hat. Sei es wegen der tollen Beiträge wegen großartiger Fotos, weil er oder sie in den Gruppen so schön diskutiert oder einfach, weil er/sie nunmal so beliebt ist. Es gibt viele Gründe, der Qyper der Woche zu werden.”

Wow. Wie ätzend ist das denn? Die spammen mich zu und können noch nicht mal sauber programmieren. Ich sag’s doch: Qype entwickelt sich zur Ätzbude. Denn man begibt sich auf das Niveau von Spammern und zensiert die User. Wir gratulieren. Liebe Qyper, Ihr habt das mit dem Social Web offenbar irgendwie nicht richtig verstanden. Und das als Social Web Unternehmen.

So, und deshalb bekommt Qype nun unsere Marketing-Banane, nachdem wir im Januar keine Banane vergeben haben. Denn da hatten wir so viel um die Ohren, dass wir kaum zum Bloggen gekommen sind. Und hier ist sie nun, die Marketing-Banane für Qype. Herzlichen Glückwunsch!

Die Marketing-Banane

Ach ja, und Pop-ups verwenden die bei Qype mittlerweile auch schon. Sagten wir nicht, dass Qype sich zur Ätzbude entwickelt?

Bildnachweis für das “Bananenbild”: Lizenzfreies Bild aus der Datenbank FreePhotosBank

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Jörg Haupt referiert beim 19-13 Themenabend: Social Media Marketing - Kunden durch Twitter, Facebook & Co.

Wir haben es ja schon angedroht: Auch die Jörg Haupt Management Consulting ist mit eigenen Themen beim 19-13 Themenabend vertreten.

Am Donnerstag, 15.12.2011 referiert Jörg Haupt zum Thema Social Media Marketing - Kunden durch Twitter, Facebook & Co. Auch Sie, liebe Leser, sind natürlich herzlich eingeladen. Los geht’s wie immer pünktlich um 19:13 Uhr.

Die Veranstaltung findet wie auch im vorigen Monat in den Räumen unseres Mandanten-Unternehmens Beauty & Nail Resort Hoyer / Simon auf der Dahlener Heide 3 in 41179 Mönchengladbach statt.

Unter anderem werden wir folgende Aspekte beleuchten:

  • Social Media Marketing - virtuelle Mund-zu-Mund-Propaganda
  • Was bringt das? Betriebswirtschaftliche Messbarkeit
  • Virale Instrumente
  • Social Media Marketing ≠ plumpe Werbung
  • Beispiele aus der Praxis

Ein Trost für alle, die nicht live dabei sein können: Beispiele aus der Praxis haben wir hier im jhmc Blog und natürlich auch im jhmc Magazin schon des öfteren gezeigt, so z.B. Dave Carrol mit seinem “Beschwerdemanagement 2.0” oder auch Marina Orlova mit HotForWords.

Also: Ein spannendes Thema wartet auf Sie! Denn wir zeigen, wie man auch mit kleinem Budget im Internet Großes erreichen kann.

Anmeldung: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wir bitten deshalb um Anmeldung unter: anmeldung@19-13.de

>> zur Einladung

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