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Archiv der Kategorie Spam und Konsorten

BITTE ANTWORTEN

BITTE ANTWORTEN - so schreit es uns heute in einer Spam-Mail entgegen, die passenderweise auch direkt in unseren virtuellen Mülleimer landete.

BITTE ANTWORTEN - eine derartige Großschreibung gilt im Internet tatsächlich als Schreien. In Foren und Chaträumen gilt dieses Schreien im Übrigen als sehr unhöflich. Gut, Spammer sind natürlich ex definitione unfreundlich. Denn sie überschwemmen die E-Mail-Postfächer mit Nachrichten, die die Empfänger gar nicht haben wollen. Wir kennen jedenfalls niemanden, der gerne Viren, Phishing-Programme oder unseriöse Angebote von gefälschten Uhren über Viagra bis hin zu eindeutig-zweideutigen Angeboten der angeblich erotischen Art empfangen möchte.

Und offenbar fallen nun immer weniger Leute auf den Quatsch der Spammer herein. Denn sie müssen ja schon schreien: BITTE ANTWORTEN. Scheinbar ist also nun so ziemlich jeder Internet-Nutzer durch mit dem Thema und keiner antwortet mehr. Das muss man auch mal hinkriegen, dass ein Drittel der Weltbevölkerung - denn so viele Menschen haben einen Internet-Zugang - nicht einmal mehr auf Spam hereinfällt.

Das wäre übrigens mal eine interessante Studie, um die Diffusionstheorie von Rogers empirisch zu belegen. Die Diffusionstheorie befasst sich mit der Verbreitung von Neuerungen in sozialen Systemen. Es wäre also zu untersuchen, ob je ein Mensch in den Anfangszeiten des Internet auf den Quatsch hereingefallen wäre (die ersten Internet-User wären laut Rogers “early adopters”). Sodann wäre zu untersuchen wie lange es gedauert hat, bis auch der allerletzte Internet-Legastheniker gemerkt hat, dass hinter der blonden Sonja mit den prallen primären Geschlechtsmerkmalen, die unbedingt mit einem chatten will, garantiert keine seriöse Webseite lauert.

Und genau deshalb muss der freundliche Herr Patrick Chan seine Spam-Mail nun herausschreien: BITTE ANTWORTEN:

“ACHTUNG

Ich bin Mr. Patrick Chan KW Executive Director & Chief Financial Officer der Hang Seng Bank Ltd, Hongkong.
Ich habe ein lukratives Geschдft Vorschlag von gemeinsamem Interesse mit Ihnen zu teilen, sondern die Ьbertragung von einer groЯen Geld von meiner Bank hier in Hongkong. Ich habe deinen Hinweis in meiner Suche nach jemandem, passend zu meinervorgeschlagenen Geschдftsbeziehung. Wenn Sie an einer Zusammenarbeit mit mir Kontakt mit mir durch meine private E-Mail interessiert dienennenwirhiernicht@yahoo.com.hk fьr weitere Details.

Ihre erste Reaktion auf dieses Schreiben wird geschдtzt.

Mit freundlichen GrьЯen,

Mr. Patrick Chan”

Oh Mann! Es ist doch kein Wunder, dass auf solch einen Mist niemand antwortet, oder? Da kann man noch so ins Netz brüllen: BITTE ANTWORTEN.

Wir dagegen sagen: Wie langweilig. Schon wieder so eine Nigeria-Connection-Flitzpiepe mit kyrillischem Buchstabensalat. ;)

>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook


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Neuer Spam: “Verdoppeln Sie Ihr Einkommen! Mit nur 63 Minuten täglich.”

Liebe Leser, zunächst einmal wünschen wir ein frohes neues Jahr. Wir wünschen, dass Sie gut in das neue Jahr hineingefeiert haben und zuvor ein besinnliches Weihnachtsfest hatten.

Ja, und nun ist also auch schon die erste Arbeitswoche des neuen Jahres vorbei. Obwohl noch viele Leute in Urlaub sind, gab es für uns bereits wieder reichlich zu tun und der Terminkalender für die nächste Woche ist auch schon wieder komplett voll. Alles ist also ganz normal. Alles? Ja, wirklich alles. Denn auch die Spammer sind aus dem Winterurlaub zurück und erheitern uns wieder mit originellen Angeboten.

So folgt uns zum Beispiel seit heute ein Twitter-Account (der sich vermutlich wieder entfolgen wird, sobald sein Inhaber diesen Artikel bemerkt), der sich zunächst als “irgendwas mit Coaching” tarnt. Im Profil ist zu lesen, dass unser fleißiger Twitterer lieber für sich selbst ackert als für irgendeinen Boss. Laut der Domain der verlinkten Webseite arbeitet er lieber von zu Hause aus.

Aha! Das macht natürlich neugierig. Was wird es wohl diesmal sein, das den Stein der Weisen des Geldverdienens ohne irgendeinen Einsatz verspricht? Ob es wohl wieder Multilevel-Ananassaft-Spam ist? Oder gar mal wieder irgendein blödsinniges Schneeball-System, das sich hinter einer angeblich todsicheren Geldanlage verbirgt? Schauen wir uns die Webseite einmal an. Hier ist der Screenshot:

Geldverdienen-Spam

Ah, das ist ja genial, wie hier vulgärpsychologisch mit einem schönen Urlaubsbild der Erfolg suggeriert wird. Und die Erfahrungsberichts-Flitzpiepe haben wir dann sicherheitshalber mal unkenntlich gemacht. Andererseits ist es auch wiederum fraglich, ob unser Testimonial von seinem Werbeauftritt überhaupt weiß.

Wie auch immer. Wirklich umgehauen hat uns die folgende Aussage: “Verdoppeln Sie Ihr Einkommen! Mit nur 63 Minuten täglich.”

Wow, das hat natürlich was. Auch, dass man dazu genau 63 Minuten braucht. Ab 64 Minuten hat man also zu viel rumgetrödelt. Es müssen wohl exakt 63 Minuten sein. Weiter heißt es:

“Wir zeigen Ihnen NUR HEUTE völlig kostenfrei, wie sie mit viel Spaß innerhalb der nächsten 14 Tage IHR EINKOMMEN deutlich erhöhen! JETZT Gratis Insider E-Book anfordern.”

Ach, nur heute? Gibt es diese Knaller-Webseite etwa morgen schon nicht mehr? Schade! Gut, dass wir deshalb an dieser Stelle darüber ablästern, oder? Denn morgen ist diese tolle Chance ja offensichtlich vertan. ;)

Doch weiter geht’s:

“Wir zeigen Ihnen:

  • wie Sie von zu Hause aus arbeiten können
  • wie Sie mehr Zeit für Ihre Familie, Freunde, Hobbies haben
  • wie Sie finanziell unabhängig werden
  • wie Sie Geld verdienen, auch wenn Sie 3 Wochen in Urlaub sind
  • wie Sie von einem internationalen Geschäft partipizieren
  • wie Sie Ihr System für sich arbeiten lassen
  • wie Sie vom Web 2.0 profitieren”

Na, das ist ja genial. Das wollten wir doch immer schon wissen, oder? Und alles, was wir dafür tun müssen ist, diesen Flitzpiepen unsere Kontaktadresse inklusive Telefonnummer und E-Mail-Adresse zu geben. Im Gegenzug erhalten wir vermutlich in Zukunft total seriöse Angebote für irgendwelche Zeitungsabonnements, tonnenweise Spam und Gewinnbenachrichtigungen angeblicher Gewinnspiele, an denen wir teilgenommen haben sollen. Oder es gibt tolle E-Mails, die uns Viagra, gefälschte Uhren oder Schlankheitskapseln anpreisen. Oder man erhält megatonnenweise irgendwelche Newsletter, die man angeblich abonniert haben soll und kann sich vor lauter Versicherungsvergleichen und aktuellen Schnäppchen nicht mehr retten.

Ach ne, dieser Weg in die Selbständigkeit ist uns zu gaga. Wir begleiten lieber Existenzgründer auf dem herkömmlichen Weg. So ganz traditionell mit Businessplan und allem, was dazugehört. Deshalb sind ja auch wir und nicht diese Geldverdienen-in-63-Minuten-Quacksalber zum KfW-Gründercoaching zugelassen. ;)

>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook


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Lustige Gruppen bei XING

Je bekannter soziale Netzwerke werden, umso größer ist natürlich auch die Gefahr, dass sich auf ihnen sehr merkwürdige Zeitgenossen tummeln. In diesem Zusammenhang haben wir ja auch schon über Spammer bei Twitter und bei XING in unserem Blog berichtet.

Zum Glück bekommt man aber immer wieder neuen Spam und auch immer wieder Einladungen in lustige Gruppen bei XING. So gehen uns die Themen für dieses Blog wenigstens niemals aus - und das ist wichtig, denn wer bei unserem Vortrag über das Social Media Marketing am vergangenen Donnerstag gut aufgepasst hat, der weiß ja, dass Kontinuität ein Erfolgsfaktor für den viralen Markenaufbau ist.

Jedenfalls erhielt ich heute eine Einladung in eine XING-Gruppe: Die Kontaktgrupe für Finanzdienstleister. Merkwürdig. Denn in meinem XING-Profil steht nichts von Finanzdienstleistungen. Und auch auf der JHMC Webseite ist von Finanzdienstleistungen nichts zu sehen. Da steht, dass die Jörg Haupt Management Consulting eine Unternehmensberatung für Strategie, Marketing und Organisation ist. Da steht, dass wir Existenzgründer und Mittelständler beraten. Da steht, dass wir Businesspläne erstellen und dass wir Unternehmen bzw. Unternehmer bei Käufen und Verkäufen von Unternehmen beraten. Sicherlich steht da auch, dass wir Unternehmen helfen, Beteiligungskapital einzuwerben. Doch was dort garantiert nicht steht: Dass wir Finanzdienstleister sein könnten.

Nein, liebe Finanzdienst-Spammer: Wir verticken Oma Walton keine Lebensversicherung und auch keine zwielichtigen Aktienpakete für den Inhalt ihres Sparstrumpfes. So haben wir es sogar in der entsprechenden Rubrik unserer Webseite niedergeschrieben. Anlass war seinerzeit, dass irgendein durchgeknallter Wahnwitziger meinte, das Geschäftsmodell des von ihm angebotenen Unternehmens bräuchte uns nicht zu interessieren und wir müssten nur die Anteile verticken. Na toll. Der hatte sicherlich irgendwas geraucht, das total entspannt macht.

Nein, liebe Spammer: Wir verticken keine Versicherungen. Wir nerven unsere Mandanten auch nicht mit den aktuell “besten” Anlagetipps (”Psst! Brauchen Sie eine griechische Insel? Oder kaufen wir für unser Steuergeld gleich das ganze Land? Und passt die Akropolis in meinen Vorgarten?”). Auch das private Umfeld wird garantiert von diesem Schneeball-Prinzip-motivierten Blödsinn verschont. Schließlich möchte ich ja meine Freunde behalten und ich lege auch Wert darauf, dass meine Familie auch in fünf Jahren noch mit mir redet.

Doch schauen wir uns diese sagenhafte Finanzdienstleister-XING-Gruppe mal inhaltlich an. Da gibt es eine Rubrik, die ich vom Thema her schon mag: “Online Geld verdienen.” Und ein Klugsch… äh … Diskussionsteilnehmer schreibt dort den Beitrag: “Viel Geld mit wenig Arbeit - so geht’s”. Wow! Diese Beiträge sind immer total klasse. Das ist wie “Duschen, ohne nass zu werden”. Wobei sich ja doch die Frage aufdrängt, weshalb der werte Herr denn noch arbeitet, wenn er doch weiß, wie man ohne Arbeit so viel Geld verdient. Da ist sein Argumentationsstrang nicht ganz stringent, oder?

So, und was schreibt dieser Spammer? Ganz einfach:

“Lieber Erfolgs-Interessent,

reich wie Bill Gates. Oder die Aldi-Brüder?
Wer träumt nicht von der Million auf dem Konto? Zumindest ganz im Stillen…

Bill Gates und auch die Aldi-Brüder hatten eine neue Idee, träumten von Software und Discountern. In der Wirklichkeit brachte ihr Traum Ihnen sehr viel Geld und Ansehen. Auch Studien belegen, dass eine geniale Idee zur eigenen Million führen kann.

Die geniale Idee ist schon da…der Erfolgsclub für zukünftige Internet Marketer. Mit dem offiziellen Start des ERFOLGSCLUB’s stehen Sie quasi an der Schwelle zum Reichtum. Wollen Sie jetzt eintreten oder lieber ohne Vorteile zurückbleiben?”

Wow! Das ist sicherlich eine total innovative Geschäftsidee. Denn bislang ist ja garantiert noch niemals zuvor jemand auf die Idee eines dämlichen Schneeball-Systems gekommen, bei dem man alle Freunde und Verwandten mit völlig nutzlosen Produkten nervt. Nun ja, die Einfalt und die Hoffnung sterben bekanntlich zuletzt. ;)

Ich hatte jedefalls mal wieder jede Menge Spaß mit dieser wichtigen neuen XING-Gruppe. :)

>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook


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How are you, Mr. Haupt? - Die Marketing-Banane im Dezember geht an die Telefon-Spammer

Gerade erst haben wir den Jahressieger der Marketing-Banane gekürt, da drängt sich doch schon wieder ein neuer Bananenträger auf. Gut, dass wir seit unserem gestrigen Beitrag schon wieder einen Monat weiter sind. Denn so können wir heute gleich die Marketing-Banane für den Dezember 2011 vergeben.

Eigentlich könnten wir übrigens eine Marketing-Sonder-Banane einschieben, denn im November haben wir die mit Abstand durchgeknalltesten Typen getroffen, die wir im Rahmen unserer bisherigen Tätigkeit kennenlernen durften. Dabei ging es um jede Menge heißer Luft im Social Web. Na ja, heute sind wir spendabel: Die Marketing-Sonder-Banane geht an die Social-Web-Heißluft-Experten.

Doch zurück zum Dezember-Bananen-Träger: Wir hatten heute Morgen gerade den Rechner hochgefahren, da klingelte das Telefon. Ich nahm ab und hörte eine freundliche Dame durch’s Telefon säuseln: “Good morning, Mr. Haupt. I am (weiß ich nicht mehr) from (weiß ich auch nicht mehr).”

Aha! Super! Unbrauchbare Aktientipps per Telefon-Spam kurz nach 8:00 Uhr morgens. Super! Da stehe ich total drauf. Unbeirrbar machte die Dame weiter: “How are you today, Mr. Haupt?”

Na, ganz klasse. Die Knalltüte setzt auf Nervenkrieg per Zeitdiebstahl. Ich deutete der Zeitdiebin deshalb an, dass ich in den nächsten geschätzten 8 Millionen Jahren weiterhin kein Interesse an ihren brandheißen Anlagetipps hätte. Ja, und kaum hatte ich ausgeredet, da hatte sie auch schon eingehängt.

Doch der Tag war gerettet: Endlich durfte ich mal wieder mit einem Telefon-Spammer meinen Spaß haben. Und deshalb bekommt die Knalltüte von heute Morgen stellvertretend für alle anderen Telefon-Spammer die Marketing-Banane im Dezember 2011:

Die Marketing-Banane

Aber man muss auch ganz schön was geraucht haben, um einen morgens um kurz nach acht mit englischem Telefonspam zu nerven. Andererseits war das offensichtlich abgelesene Schulenglisch schon irgendwie süß. Frei nach Reinhard Mey: “I could not English but quite cool, I learned it at the Folks-High-School”.

Kleiner Englisch-Exkurs:

I war my go stop over meadows.
Ich krieg mein Gehalt überwiesen. ;)

Ja, das hat man jetzt davon, wenn man mich um kurz nach acht mit blödsinnigen Aktientipps nervt. Einmal hatte ich solch eine Nulpe am Telefon, die an einem total stressigen Tag mit irgendeinem Versicherungsangebot nervte. Ich legte einfach auf. Kurz darauf klingelte das Telefon erneut und eine total erboste Stimme blökte mich an: “Das ist aber unverschämt, einfach aufzulegen!” Ich sagte nur “Ja!” - und legte einfach auf.

Toll ist auch immer die Nummer, Versicherungs-Spammern zu erklären, dass man insolvent sei. Mein Vater hatte derweil bei einem Lebensversicherungs-Spammer eine ganz andere Nummer drauf: “Super, dass Sie anrufen! Ich möchte tatsächlich gerne eine Lebensversicherung abschließen.” - Frohlocken am anderen Ende der Telefonleitung. Derweil erklärte mein Vater, dass er 86 und starker Raucher wäre. Seine Telefonnummer wäre 0815 - 4711. Irgendwie fühlte sich der Versicherungs-Spammer da nicht mehr so ganz ernst genommen. Und in der Tat: Mein Vater raucht nicht und ist auch jünger. ;)

Gut ist auch immer wieder die folgende Ansage: “Entschuldigen Sie, ich kann leider Ihre Telefonnummer nicht auf meinem Display erkennen. Bitte geben Sie mir doch Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten, damit ich weiß, wen ich wegen der verbotenen Telefonwerbung verklagen darf.”

Schön war auch die folgende Begebenheit: Ein Telefon-Spammer rief mich wegen meines Zeitschriften-Abos an. “Ach”, sagte ich, “wegen des Focus?” - “Ja, genau!” - “Ich habe aber den Stern abonniert.” - “Äh … ja …” - “Kann es sein, dass Sie lügen?” - Da hat er einfach aufgelegt.

Doch nicht nur ich oder auch mein Vater haben immer wieder unseren Spaß mit den Telefon-Spammern. Da auch meine Brüder selbständig sind, freuen sie sich natürlich ebenso wie ich über solch durchgeknallte Zeitdiebe. Und wer einem schon die kostbare Arbeitszeit stiehlt, der schreit doch geradezu danach, nach Strich und Faden verarscht zu werden.

Einer der beiden hatte mal einen Telefon-Spammer dran, der meinen Bruder bat, eine größere Summe auf sein Konto zu überweisen. Das Geld würde nicht angefasst und sollte nur einige Monate auf dem besagten Konto verbleiben. Nach einigen Monaten hätte sich das Geld dann verdoppelt. Mein Bruder sagte, dass dies ja eine ganz tolle Geldanlage wäre. Das wolle er sofort machen. Er hätte nur eine kleine Variation vorzuschlagen: Da der Telefon-Spammer das Geld meines Bruders ja eh nicht anrühren würde, solle er sich doch einfach nur vorstellen, dass mein Bruder überwiesen hätte. Den Differenzbetrag könnte er ja nach Ablauf der Frist direkt auf das Konto meines Bruders überweisen. Irgendwie fühlte sich diese Knalltüte da wohl nicht ganz ernst genommen. Der Telefon-Spammer legte einfach auf.

Der gleiche Bruder hatte auch mal eine Knalltüte am Telefon, die ihm ein System-Lotto-Abonnement aufschwatzen wollte. Die Telefon-Spam-Knalltüte sagte sogar, sie würde einen Gewinn garantieren. Darauf mein Bruder: “Das ist ja genial! Das mache ich sofort. Ich habe aber eine Idee: Da ich ja garantiert gewinne, können Sie ja meinen Einsatz direkt mit dem Gewinn verrechnen und mir den Differenzbetrag überweisen.”

Ja, da erklärte die Telefon-Spam-Knalltüte, dass es so nicht gemeint wäre. Es könne ja niemand wissen, ob der Gewinn auch höher wäre als der Einsatz. Darauf mein Bruder: “Haben Sie in BWL nicht aufgepasst? Wenn die Kosten höher sind als der Einsatz, dann ist es ja kein Gewinn. Dann spricht man von Verlust.” Erst da merkte der Telefon-Spammer, dass er verarscht worden war.

Einmal hatte ich wieder einen Aktientipp-Spammer (oder sagt man besser Spinner?) am Telefon. Ich blieb völlig ruhig und sachlich und ließ mir sogar die Unterlagen schicken. Kurze Zeit später traf dann auch eine Hochglanzbroschüre per Briefpost ein. Es vergingen einige Wochen, da meldete sich der Aktientipp-Spammer erneut. Ob ich mir die Unterlagen schon angeschaut hätte, wollte er wissen. Ich sagte: “Nein, die habe ich einfach weggeschmissen!” - “Aber warum bestellen Sie dann erst die Unterlagen bei mir?” - “Ganz einfach: Wenn Sie mich schon ungefragt am Telefon nerven, dann soll es Sie auch richtig Porto kosten!” - Da wollte er auch nicht mehr mit mir sprechen. :)

Ja, liebe Leser, ist es nicht schön, wie einem freundliche Anrufer immer wieder mit unsinnigen Angeboten den Büroalltag auflockern? Wir freuen uns jedenfalls immer sehr darüber und verleihen deshalb den Telefon-Spammern die Marketing-Banane im Dezember 2011.

Bildnachweis für das “Bananenbild”: Lizenzfreies Bild aus der Datenbank FreePhotosBank

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