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Archiv der Kategorie Strategie
Die Rockstar-Schule
21.10.2009 von Jörg Haupt.
Die Gründung eines Unternehmens will gut durchdacht sein. Die Geschäftsidee ist gründlich zu planen bzw. zu durchdenken. Weiter ist ein Businessplan zu erstellen. Und mitunter kann es von Vorteil sein, ein bestehendes Unternehmen zu kaufen.
Das Thema Marktanalyse sollte jedenfalls nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn schließlich nützt die beste Idee nichts, wenn dafür schlicht und ergreifend kein Markt vorhanden ist. Im folgenden, zugegebenermaßen nicht ganz ernst gemeinten Beispiel wird die Idee einer Rockstar-Schule skizziert.
Andererseits kursieren tatsächlich Dinge im Markt, die man kaum für möglich halten würde. Manch einer hofft, die zündende Geschäftsidee gar bei einer Internet-Auktion zu finden. Nun gut. Es lässt sich jedenfalls festhalten, dass vielfach unrealistische Vorstellungen hinsichtlich der Realisierbarkeit von Geschäftsideen vorherrschen. Manch einer meint gar, dass nur eine Idee bereits Millionen wert sein könnte. Auch vor diesem Hintergrund erscheint die Idee der Rockstar-Schule gar nicht so uninteressant.
Mancher erhofft sich das große und schnelle Geld durch die Erreichung des höchst realistischen beruflichen Ziels Superstar. Die einschlägigen Castingshows ziehen jedenfalls bereits seit Jahren hinreichend viele einfältige Nachwuchs-Star-Attrappen sowie die dazu passenden Zuschauer-Zielgruppen in ihren Bann. Insofern ist die folgende Geschäftsidee der Erlanger Fun-Metal-Band J.B.O. in der Tat gut durchdacht und fußt offensichtlich auf einer grundsoliden Marktanalyse.
Um was es dabei geht? Ganz einfach: Um eine Rockstar-Schule. Wie J.B.O. sich ihr Geschäftsmodell vorstellen, wird in dem nun folgenden Video erläutert. Viel Spaß!
>> Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
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Der Billigste ist eben doch nicht der Beste
18.5.2009 von Jörg Haupt.
Folgenden verquasten Blödsinn erhielten wir heute Morgen psr Spam-Mail:
“Lieber Freund:
Leider stören Sie diese Meldung! Probleme bereiten, wenn Sie uns bitte mitteilen, werden wir löschen Ihre E-Mail Adresse.
Wir haben die niedrigsten Preise in der ganzen Welt zu verkaufen, auf der ganzen Welt das modernste Produkt, egal, was Sie brauchen, lassen Sie es uns bitte wissen, dass wir verpflichtet sind zur Behandlung von 100 Prozent Begeisterung. Unser Unternehmen vor allem in elektronischen Produkten, Laptops, Kameras, Fernseher, Mobiltelefone, Instrumente, Rundfunk-Stationen, und so weiter …
Freund der Zusammenarbeit wenden Sie sich bitte an uns.
Bitte besuchen Sie unsere Website: www.hier-stand-die-domain-der-spammer-die-wir-durch-eine-andere-ersetzt-haben.de”
So, und was lernen wir daraus für die Strategie Ihres Unternehmens? Ganz einfach: Wer behauptet, der Billigste zu sein, muss noch lange nicht über das beste Produkt verfügen. So hat z.B. im obigen Fall das Übersetzungsprogramm jämmerlich versagt.
Gut, natürlich kann man ohnehin nicht erwarten, bei einem Spammer überhaupt Ware zu bekommen wenn man dort etwas bestellt. Und wenn man etwas bekommt, ist es garantiert eine Fälschung oder vielleicht irgendwo vom LKW gefallen. Oder aber der Spammer ist dankbar für die Übermittlung Ihrer Bankverbindung und wird sich im Rahmen eines höflichen Besuchs auf Ihrem Konto bei Ihnen bedanken.
Wie auch immer: Eine Positionierung im Discount-Bereich setzt jedenfalls die konsequente Beherrschung Ihrer Kostenstrukturen und damit Ihrer gesamten Wertschöpfungskette voraus. Davon kann man aber sicherlich nicht ausgehen, wenn unsere fleißigen Spammer trotz Schützenhilfe durch diverse Internet-Übersetzungstools mit solch einem Text daherkommen.
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Geniales Marketing
28.2.2009 von Jörg Haupt.
Manche Geschäftsideen sind sowohl aus strategischer als auch aus operativer Ebene heraus betrachtet derart genial, dass man sich geradezu einen Wolf ärgert, nicht selber darauf gekommen zu sein. Ein solches Aha-Erlebnis hatten wir nämlich heute.
Das dahinterstehende Ereignis ist dagegen ganz banal: Um ein Haar hätten wir doch fast die Geburtstagsfeier der Schwägerin vergessen. Gut, wir wurden rechtzeitig daran erinnert. Doch das stellt einen bekanntlich vor das nächste Problem: Was schenkt man denn nun?
Zum Glück wusste die Familie Rat: Pandora. Nein, nicht die legendäre Büchse aus der griechischen Mythologie. Vielmehr handelt es sich um ein modulares Schmucksystem. Und diese Geschäftsidee - einfach und doch genial - hat uns schlicht von den Socken gehauen.
Warum? Na, das liegt auf der Hand: Es ist schlicht und ergreifend das ideale Produkt für die Zielgruppe Frau. Denn davon kann man nie genug bekommen. Es findet sich garantiert immer noch ein Zubehörteil, das frau noch nicht besitzt. Und die Anlässe, ein solches Teil zu erwerben sind vielfältig:
Zur Belohnung nach dem Shopping-Trip (oder weil frau auf selbigem das passende Paar Schuhe dann doch nicht gefunden hat), nach geglückter Diät oder aus Frust, weil frau doch wieder ein Kilo mehr drauf hat. Oder es ist natürlich auch das ideale Geschenk. Auch hier sind die Anlässe vielfältig: Geburtstag, Namenstag, Muttertag, Valentinstag, Weihnachten, einfach nur so - der Phantasie sind (ebenso wie hinsichtlich der Kombinationsmöglichkeiten) kaum Grenzen gesetzt.
In den Worten der Pandora-Marketingstrategen heißt das dann: “So individuell wie Sie selbst!” Ne, ist klar. Doch so einfach die dahinter stehende Strategie durchschaut werden kann, so wirkungsvoll ist sie beim weiblichen Geschlecht.
Das Tolle daran: Produkt- und Preispolitik sind so abgestimmt, dass frau (oder vielleicht doch man?) unterschiedlichste Teile zu unterschiedlichsten Preisen erwerben kann. Von Modeschmuck bis Luxusteil ist alles möglich - und auch noch trendy kombinierbar. Keine Frage: Da gibt es kein Entrinnen.
Und ja, es funktioniert. Gerade eben haben wir in der Stadt ein Geschenk erworben: Ein Pandora Schmuckkügelchen zum individuellen Einbau in das Armband der lieben Schwägerin.
Und wir haben auch noch die Rabattkarte erhalten: Bei Vorlage von Kaufbelegen über 9 Pandora-Elemente aus einer der Filialen eines großen deutschen Warenhauskonzerns, für den wir einmal eine Organisationsberatung gemacht haben und Vorlage der dazugehörigen abgestempelten Vorteilskarte gibt es ein zehntes Element gratis. Dagegen ist man machtlos!
Übrigens: Pandora-Schmuck finden Sie unter anderem auch hier.
>> Unser Tipp: Mehr zum Thema Shopping und Reisen
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Es gibt ihn noch
9.1.2009 von Jörg Haupt.
Es gibt ihn noch. Tatsächlich! Lange hatten wir nichts mehr von ihm gehört. Doch heute hatten wir eine Werbebroschüre im Briefkasten: Der Prickings-Hof wirbt für die Mutter aller Kaffeefahrten.
Nun mag man von dieser Art der Ausflugsgestaltung halten was man will. Eines muss man jedoch anerkennen: Die Eigentümer haben es geschafft, aus einem ganz normalen Bauernhof im Laufe der Jahre eine funktionierende Freizeitattraktion zu machen.
Dabei hat man alle Attraktionen rund um das Kernthema Landwirtschaft positioniert. Die strategische Ausgangslage war ein Bauernhof, wie es ihn zu tausenden gibt. Geschickt wurden nun einzelne Bereiche der Wertschöpfungskette vermarktet. Denn wenn man eh Land und Landwirtschaft besitzt, dann liegt es nahe, diese zu eigenen Umsatzträgern zu entwickeln.
Und so präsentiert sich heute eine funktionierende Landwirtschaft mit Besichtigungscharakter, z.B. durch eine nach eigenen Angaben größte bäuerliche Tierschau Europas, ein Traktoren- und Landmaschinenmuseum, ein Cadillac-Museum, eine Champignonzucht, eine Biogasanlage zur hofeigenen Strom- und Wärmegewinnung sowie eine Kaltblutpferdezucht. Dies alles ist touristisch bestens erschlossen, denn es lässt sich wetterunabhängig in einem ca. 1 km langen vollklimatisierten Besucherrundgang besichtigen.
Darüber hinaus gibt es einen Rhododendron- und Rosenpark, diverse Denkmäler, eine Kinderspielwiese mit Streichelzoo, ein Freiwildgehege und ein Indoor-Kinderparadies.
Die oben beschriebenen Attraktionen sind gegen Eintrittsgelder zu besichtigen. Abgerundet wird das Ganze durch Fleischerei, Bäckerei und Gastronomie. So kann man die eigenen Erzeugnisse ganz ohne den üblicherweise zwischengeschalteten Handel direkt an die scharenweise von kooperierenden Reisebusunternehmen herangekarrten Besucher verkaufen.
Glücklicherweise liegt Haltern, der Standort des Prickings-Hofs nicht allzuweit weg vom Ruhrgebiet. So liegt die Anfahrt für eine typische Kaffefahrt oder den Familienausflug in einem verträglichen Zeitrahmen. Man liegt ländlich, aber nah genug an einem Ballungsgebiet mit einer hinreichend großen Zielgruppe. Um diese bei Laune zu halten und den Getränkeabsatz zu steigern gibt es noch ein kostenloses Unterhaltungsprogramm im Festzeltstil.
So, und dieses touristische Highlight hatten wir heute also in Form einer Werbebroschüre im Briefkasten. Im Fahrtpreis der - natürlich - Busreise ist dann noch ein Riesenschlemmerpaket inklusive. Gleichzeitig erhält jeder Fahrgast einen Gutschein zum ermäßigten Eintritt in unser landwirtschaftliches Abenteuerland.
Warum wir Ihnen den Prickings-Hof vorstellen? Ganz einfach: Das Konzept belegt eindrucksvoll, dass man aus einem ganz alltäglichen Gewerbe mit Fleiß und Phantasie etwas Besonderes machen kann. Die Mutter aller Kaffeefahrten auf den Prickings-Hof ist somit ein Lehrstück zum Thema strategisches Management und Marketing.
Übrigens: Wer sich für Haltern interessiert, findet dort auch echte Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Schlösser Nordkirchen und Sythen, das Schiffshebewerk Henrichenburg oder diverse schöne alte Gebäude in Haltern selber.
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